Berlin : Die Polizei überwacht verstärkt Britische Lokale als mögliche Treffs von Hooligans

Claus Vetter / Werner Schmidt

Vor dem gestrigen Champions-League-Heimspiel von Hertha BSC im Olympiastadion gegen den FC Chelsea herrschte bei den Sicherheitskräften Alarmbereitschaft. Die Polizei hatte stadtweit rund 1700 Beamte eingesetzt, die von sogenannten Spotters, Angehörigen der englischen Fanpolizei, unterstützt wurden. Die Berliner Polizei ging gestern lediglich von etwa 30 bis 40 gewaltbereiten englischen Hooligans aus.

Während des gesamten Tages überwachte die Polizei in der Stadt vor allem englische Lokale als mögliche Treffpunkte der gewaltbereiten Fans. Erkannte Fangruppen sollten von den Anlaufpunkten anschließend zum Olympiastadion begleitet werden. Die englischen Fußball-Anhänger kamen per Bus, Bahn oder Flugzeug nach Berlin. Rund 3000 Fans von Chelsea wurden in Berlin erwartet. Am Nachmittag sah es jedoch so aus, als fiele die Zahl weit niedriger aus. Bereits am Sonnabend waren die ersten Anhänger von Chelsea eingetroffen. Etliche von ihnen wohnten in Hotels rund um die Gedächtniskirche, viele im Hotel Palace im Europacenter. Auf den ersten Blick offenbar friedliche Fußballanhänger. Einer der dort wohnenden englischen Fans wollte jedoch nicht ausschließen, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte. "Es sind ein paar Hooligans dabei", sagte der Chelsea-Anhänger, "es ist möglich, dass es am Abend knallt."

Darauf war man bei Hertha BSC allerdings vorbereitet. Bereits am Nachmittag mischten sich rund um den Breitscheidplatz und am Bahnhof Zoo - wo viele Anhänger ihre Fahrt zum Olympiastadion antraten - Sicherheitskräfte, viele davon in Zivil, unter die Anhänger beider Parteien. Gewaltbereite Fans aus beiden Lagern sollten am besten schon an Ort und Stelle von der Polizei in Gewahrsam genommen werden.

Am Olympiastadion selbst hatten Chelsea-Anhänger, die sich unter die Hertha-Fans mischen wollen, schlechte Karten. Die Engländer sollten mittels eines "Sprachtests" schon am Eingang abgefangen werden. Lediglich am Südtor wollte man den Londoner Fans Einlass gewähren. Mit einem massiven Aufgebot an Ordnern und Polizisten wollte man die Fans in ihren Block begleiten. Bei Hertha BSC sah man am Dienstagnachmittag dem Eintreffen der als Hooligans berüchtigten Anhänger des FC Chelsea jedenfalls gelassen entgegen. "Bislang war heute alles ruhig", sagte Hertha-Presseprecher Hans-Georg Felder, "wir haben noch ein paar Eintrittskarten verteilt, sonst ist nichts Besonderes passiert".

Das Berliner Verwaltungsgericht wies gestern die Klage eines Hooligans gegen eine Auflage der Polizei ab, die ihm, wie berichtet, untersagt hatte, sich im Innenstadtbereich und in der Nähe des Olympiastadions aufzuhalten. Das Verbot endet am 22. September, 7 Uhr. Das Gericht begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass das öffentliche Interesse an der Vollziehung des Aufenthaltsverbotes Vorrang habe, teilte ein Polizeisprecher mit.

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