Berlin : Die Queen in Berlin: Ungezwungene Gespräche über persönliche Dinge

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"Sie ist eine sehr nette, ganz normale Frau." So lautete die einhellige Einschätzung von 24 Studenten und Auszubildenden über Königin Elizabeth II., mit der sie am Dienstagnachmittag im British Council fast eine Viertelstunde plaudern durften. Die englischen und deutschen Jugendlichen aus jeweils verschiedenen Orten waren ausgesucht worden, weil sie an Austauschprogrammen zwischen Großbritannien und Deutschland teilgenommen hatten. Die Queen wollte im British Council, Großbritanniens internationaler Organisation für Kultur- und Wissenschaftsaustausch, nicht nur mit den Direktoren sprechen, sondern auch ungezwungen junge Leute treffen. Die Austauschschüler stellten sich in ihren besten Kleidern im ersten Stock des British Councils in einer Reihe auf, während Königin Elizabeth Einzelnen Fragen stellte. Im Anschluss berichteten die jungen Leute von dem Treffen.

Die Regentin habe oft gelacht, sagte eine junge Frau. An Dominic Keeling aus dem englischen Ort Stoke-On-Trent hatte Königin Elizabeth das Wort gerichtet. Sie wollte von ihm wissen, was er für Erfahrungen in Deutschland gemacht hat und wie seine Zukunftspläne aussehen. "Sie hat mich nach ganz persönlichen Dingen gefragt," sagte der 18-Jährige. "Sie ist wirklich auf dem Boden geblieben, und man kann sich gut mit ihr unterhalten." Wenigen "Glücklichen", wie seinem Freund Dominic Keeling, habe die Queen auch die Hand geschüttelt, bemerkte der 18-jährige Nasar Riaz. Einem jungen Mann aus Essen war etwas anderes an Königin Elizabeth aufgefallen: "Sie hat gut gerochen. Ihr Parfum hatte eine beruhigende Wirkung." Als besonders witzig empfanden die Jugendlichen den Ehemann der Königin, Prinz Philip. Einen Jungen aus dem englischen Sunderland habe er gefragt, wie ihn der "fickle finger of faith", der "willkürlich Finger des Schicksals" hierher geführt habe.

Vor dem Treffen hatten die jungen Frauen und Männer einen Benimm-Schnellkurs absolviert. "Man spricht nie die Queen an, sondern wartet, bis sie etwas fragt", erklärte die 19-jährige Samantha Murtagh. Außerdem habe sie gelernt, wie man der Königin korrekt die Hand reicht - mit gestreckten, geschlossenen Fingern und ohne Druck. Den Knicks hätten die jungen Frauen nicht mehr gelernt, sagte Samantha. Der sei auch nicht nötig gewesen. Nasar Riaz sagte, dass alle sehr aufgeregt gewesen seien vor dem Queen-Besuch. Durch ihre Natürlichkeit habe Elizabeth II. aber die Angst genommen.

Der Direktor des British Council, Tony Andrews, betonte, dass der Tag für seine Organisation nicht nur wegen der Visite der Königin "sehr wichtig" gewesen sei. "Ein besonderer Augenmerk galt heute einer neuen Richtung unserer Arbeit, dem Jugendaustausch." Dieser ziele darauf ab, dass junge Leute durch einen Besuch Vorurteile gegen das andere Land abbauen. Bei den 24 Austauschschülern ist das gelungen. Die Briten zeigten sich begeistert von den Deutschen und umgekehrt.

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