Berlin : Die Rache des göttlichen Argentiniers

Maradona meckert über seinen Berlin-Trip

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Spät in der Nacht, auf einem Interkontinentalflug zurück nach Argentinien, muss der Druck dann zu groß gewesen sein, sodass selbst übermenschliche Kräfte ihm nicht mehr standzuhalten vermochten.

Also rief Diego Maradona, einer der besten Fußballer aller Zeiten und daher in seiner Heimat der Einfachheit halber auch Gott genannt, ein paar argentinische Journalisten zu sich, um seinen angestauten Frust loszuwerden. Frust über das Ausscheiden seiner Argentinier im Elfmeterschießen gegen die Deutschen. Und, vor allem, über vermeintliche Majestätsbeleidigungen in seinem Berliner Hotel. Die Reporter der Sportzeitung „Olé“ gaben nun die Offenbarung des Herrn wider. Der Herr also sprach, man habe ihm im Hotel Westin Grand deutlich mehr Häme angedeihen lassen, als es sich für ein Hotel der Fünf-Sterne-Kategorie zieme. „Als die Deutschen uns rausgeworfen hatten, spielte der Pianist in der Bar ,Don’t cry for me Argentina’.“ Später dann habe ihn der Pianist um ein gemeinsames Foto gebeten. Maradona soll den Dolmetscher gerufen haben. Man weiß nicht, ob er dem Mann nicht traute. Um ganz sicherzugehen, soll er zudem mit einer obszönen Geste geantwortet haben, die keiner Übersetzung bedurfte. Zudem beklagte Maradona, der Zimmerservice habe sich einen hässlichen Scherz erlaubt. „Das Frühstück servierte mir immer ein Nigerianer. Außer am Tag nach dem Aus gegen Deutschland. Da kam ein Deutscher hoch. Und er lachte.“ Maradona habe darauf einen Koch zu sich kommen lassen, um mitzuteilen, er werde in dieses verfluchte Hotel nicht zurückkehren.

Das tat er nach Angaben des Westin Grand schon zum Endspiel wieder. Auch deshalb ist das Personal vom göttlichen Zorn getroffen. „Wir sind geschockt“, sagte Hotelsprecherin Andrea Bishara. Das Lied sei bestimmt nicht in böser Absicht gespielt worden. Und die Sache mit dem Zimmerservice entspreche leider nicht ganz den Tatsachen. „Wir beschäftigen niemanden aus Nigeria.“ Und die Dienstpläne würden stets schon Wochen im Voraus erstellt. Das Hotel jedenfalls scheint sich von seinem Gast nicht erstklassig behandelt zu fühlen. „Unser Chefkoch hat Herrn Maradona stets persönlich bekocht.“ Und Maradona habe bei seinen ausgiebigen Feiern nicht den Eindruck erweckt, er fühle sich nicht wohl. Überhaupt: Komme jemand wieder, der sich schlecht behandelt fühle?

Die Moral: Undank ist der Welt Lohn. Kommt wohl davon, wenn man seine Gäste nicht gewinnen lässt. mne

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