Berlin : Die Rückkehr der roten Box

Schloss-Freunde wollen vor der Palast-Ruine über den Stand der Planungen informieren

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Die Schlossfreunde lassen sich durch den Erfolg der PalastFührungen nicht entmutigen, sondern gehen in die Offensive. Anfang nächsten Jahres soll eine rote Info-Box auf dem Schlossplatz über den aktuellen Schloss-Planungsstand informieren. Wilhelm von Boddien vom Förderverein hofft, dass seine rote Box, die eigentlich ein Pavillon sein wird, an die Erfolge der weltberühmten Info-Box am Leipziger Platz anknüpfen kann. Dort hatten sich zwischen 1995 und 2000 rund neun Millionen Besucher über die Planungen am Potsdamer Platz und der gesamten Berliner Mitte informiert.

Die alte Box von einst wurde von Berlinern und Touristen geliebt, und als sie abgerissen wurde, war der Abschiedsschmerz groß. Das Stelzenbauwerk, das den neugierigen Besuchern die geplanten Neubauten ringsum mit Fotos, Filmen und Stadtmodellen erläutert hatte, verdarb den Mietern in den neu entstandenen Häusern die Aussicht und musste weg. Es gab auch nicht mehr viel zu erklären. Alternativ-Standorte wurden erwogen, auch der Schloßplatz. Aber so richtig wusste man damals nicht, was man in der Box noch zeigen sollte. Letztlich wurden ihre roten Fassadenplatten versteigert, der große Rest landete auf dem Schrottplatz. „Die Halle wird wie die Info-Box aussehen, nur ohne Stelzen“, sagte Wilhelm von Boddien. Das Bauwerk wird zweieinhalb Stockwerke hoch und „so lange stehen, bis das Schloss fertig ist“. Es soll der zentrale Informationspunkt sein, Nutzungs- und Finanzierungskonzepte und Wettbewerbsergebnisse vorstellen. Beteiligen wollen sich nach Auskunft des Fördervereins auch die Humboldt-Uni und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz als mögliche Nutzer des Schlossneubaus. Der Aufbau der Info-Box muss allerdings noch vom Bezirksamt Mitte genehmigt werden. Von Boddien hofft, dass der Schloss-Aufbau spätestens 2015 abgeschlossen ist. Nach der Sommerpause werde der Bund entscheidende Weichen stellen, erwartet der Förderverein. Diesen Optimismus konnten viele Schlossfreunde in jüngster Zeit nicht teilen. Mit Argwohn registrierten sie das Interesse, das der Verein Zwischenpalastnutzung mit seinen Führungen durch den Palast der Republik erregte. Insgesamt 4000 Neugierige ließen sich durch den asbestsanierten Rohbau führen.C.v.L.

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