• Die Rückkehr zum Ring: Was Fahrgäste dazu wissen wollen Tagesspiegel-Telefonaktion zum S-Bahn-Lückenschluss

Berlin : Die Rückkehr zum Ring: Was Fahrgäste dazu wissen wollen Tagesspiegel-Telefonaktion zum S-Bahn-Lückenschluss

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Der Probebetrieb auf dem Ring läuft, dem Lückenschluss am Wochenende steht nichts mehr im Weg. Noch aber haben viele Fahrgäste viele Fragen. Zahlreiche Leser nutzten am Mittwoch die Gelegenheit, in der Tagesspiegel-Telefonaktion zwei Experten der S-Bahn – Pressesprecher Ingo Priegnitz und Fahrgastinformations-Koordinator Detlef Speier – ausführlich zu befragen. Unter anderem wollten die Leser wissen:

Warum fahren die Bahnen nicht ständig über den Ring?

Die Züge benötigen für eine Umrundung exakt 63 Minuten. Um „im Takt“ zu fahren, wäre eine Zeit von 60 oder 70 Minuten erforderlich. Jeden Zug sieben Minuten stehen zu lassen, wäre für die S-Bahn zu teuer. Deshalb fahren die Bahnen aus Spindlersfeld und Königs Wusterhausen auf den Ring, umrunden ihn einmal vollständig und verlassen ihn bei der nächsten Runde wieder Richtung Buch und Bernau.

Ist diese Regelung für Fahrgäste nicht zu kompliziert?

Es klingt komplizierter, als es ist. An den Zügen und auf den Zielschildern auf den Bahnhöfen gibt es Zusatzinformationen. Automatische Ansagen in den Bahnen weisen Fahrgäste darauf hin, zu welchem Bahnhof der Zug fahren wird. Bei der vollen Ringumrundung heißt das Ziel stets „Ring“.

Gibt es an den ersten Tagen zusätzliche Informationen?

Rund 100 Auszubildende verteilen auf den Bahnhöfen des Rings und der Nord-Süd-Strecke am Sonnabend, Sonntag und Montag Broschüren und beantworten auch Fragen.

Gibt es die neuen Fahrplanhefte der S-Bahn auch bei der BVG?

Diese Unterlagen sind nur bei der S-Bahn zu erhalten; in den Kundenzentren und bei den Verkaufsschaltern auf den Bahnhöfen.

Wie kommt man bei den vielen Sperrungen der nächsten Wochen schnell an sein Ziel?

Am besten ist es, mehrere Varianten auszuprobieren. Oft kann eine längere Strecke mit einer kürzeren Gesamtfahrzeit bewältigt werden. Meist lässt es sich dabei nicht vermeiden, dass mehrfach umgestiegen werden muss.

Wie lange gelten die Fahrpläne?

Zunächst etwa vier Monate. Nach Abschluss der Arbeiten im Tunnel am 12. Oktober gibt es neue Linienführungen. Dann werden auch weitere Änderungen vorgenommen, wenn jetzt Probleme entstehen.

Wie lang ist man mit dem Bus unterwegs, der als Ersatz für die S-Bahn fährt?

Auf jeden Fall länger als auf der Schiene. Die festgesetzten Zeiten sind beim Bus sehr theoretisch, weil man nicht weiß, wie lange die Fahrzeuge im Stau stehen werden.

Warum enden die Züge der S 26 bereits an der Papestraße?

Zwischen der Papestraße und der Yorckstraße gibt es wegen Bauarbeiten nur ein Gleis, auf dem die Züge bei der Sperrung hin und her fahren müssen. Das ist nur mit den Zügen aus Blankenfelde/Lichtenrade möglich. Die Bahnen aus Lichterfelde müssen bereits an der Papestraße ihre Fahrt beenden. Fahrgäste müssen dann bis Yorckstraße mit einer anderen Bahn weiterfahren.

Wie kommt man während der Sperrung am besten in den Spreewald, wenn man auch ein Fahrrad mitnehmen will?

Am besten ist es, solche Fahrten bis zum Abschluss der Arbeiten zu verschieben.

Wird es später wieder Züge geben, die nur über den Ring fahren, und verdient dieser dann seine Bezeichnung richtig?

Vielleicht. Die modernen Bahnen könnten den Ring auch in 60 Minuten umrunden, was für den „Taktverkehr“ erforderlich ist. Zahlreiche Baustellen, vor allem am Ostkreuz und am neuen Bahnhof Papestraße, werden die Bahnen die nächsten Jahre aber bremsen, so dass es keinen Vollring gibt.kt

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