Berlin : Die S 21 rollt – und wird für 200 Millionen neu gebaut

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Die Fußball-WM hat der Stadt eine S-Bahnlinie beschert, die für 200 Millionen Euro eigentlich erst in den nächsten Jahren gebaut werden soll: die S 21 genannte Verbindung des Hauptbahnhofs mit Nord- und Südring. Ohne viel Aufhebens hat die Bahn einen 20-Minutentakt von 5 bis 23 Uhr durch den Fernbahntunnel organisiert – mit aus Frankfurt und München geliehenen Zügen, die anders als die Berliner S-Bahn ohne Stromschiene, sondern auf Trassen mit Oberleitung fahren. Die ersten beiden Betriebswochen haben zweierlei gezeigt: Die Züge sind meist schwach besetzt, weil nur wenige das Angebot kennen. Und die Passagiere fragen sich, ob die aktuelle Lösung – nur zwölf Minuten vom Nord- zum Südkreuz – nicht auf Dauer die beste wäre.

Nein, heißt es bei den Planern: „Jetzt können wir uns diesen Shuttle noch leisten“, sagt ein Bahnsprecher. Aber der viergleisige Tunnel werde absehbar voller; spätestens mit der Anbindung des Großflughafens BBI. Der geht allerdings frühestens in fünfeinhalb Jahren in Betrieb.

Bei der Stadtentwicklungsverwaltung heißt es ungeachtet der meist leeren Züge: „Wir benötigen die S 21 zur Anbindung an den Nordring außerordentlich.“ Das jetzige Angebot entspreche auch nicht dem der später geplanten Linien. Die Baugenehmigung liege vor, von den 200 Millionen zahle der Bund 60 Prozent. Und die 40 Prozent aus Berlin seien großenteils schon verbuddelt. Also fährt die S 21 am 10. Juli vorerst zum letzten Mal – und dann ungefähr ab 2012 wieder. obs

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