Berlin : Die Sache mit der Emanzipation

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Die Geschichte spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, doch sie könnte ebenso gut in der heutigen Zeit verankert sein. Katharina von Strahlberg, eine elegante, anmutige Frau, gilt als etabliertes Mitglied der feinen Berliner Gesellschaft. Bis ihr Mann sie betrügt und somit öffentlich demütigt. Scheidung? Kommt zur Zeit des Patriarchats nicht infrage. Also muss von Strahlberg ihren eigenen Weg gehen, um sich von ihrem treulosen Gatten zu emanzipieren. Sie verlässt Berlin, um in der Kolonie Deutsch-Ostafrika zu sich selbst zu finden. „Afrika, mon amour“ lautet der Titel des Fernsehdreiteilers, den das ZDF bis gestern in der Außenkulisse der Berliner Straße auf dem Filmgelände in Babelsberg gedreht hat. In der Hauptrolle: Iris Berben . Sie spielt die betrogene Ehefrau, die entschlossen gegen die ihr zugewiesene Rolle ankämpft. Und diesen Kampf am Ende gewinnt. Keine Selbstverständlichkeit. Weder damals noch heute. „Die Emanzipation steckt immer noch in den Kinderschuhen“, sagt Regisseur Carlo Rola . Und auch Robert Atzorn , der im Film den treulosen Ehemann spielt, fühlt sich bei vielen Szenen an eine Zeit erinnert, die noch nicht allzu weit zurückliegt. Einst pflegte sein Großvater gegenüber den weiblichen Familienangehörigen einen rüden Umgangston. Vielleicht auch deshalb ist die Rolle des resoluten Chauvinisten für ihn eine Herausforderung. „Es ist spannend nachzuerleben, wie ein autoritärer Kerl in sich zusammenbricht.“ Für Berben ist die Zeitreise in die Vergangenheit aus einem anderen Grund spannend: „Durch die Rolle merkt man, wie weit wir mit der Emanzipation doch sind.“

Drei Wochen dauert die Produktion nun schon. Nach dem Berlin-Aufenthalt geht es jetzt weiter zu Drehorten in Kenia und später Schottland. Das Ergebnis der Arbeit soll Anfang kommenden Jahres gezeigt werden. hey

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