Berlin : Die Saison der Sperrungen

Bei U- und S-Bahn gibt es von diesem Monat an wieder zahlreiche Bauarbeiten. Den Anfang macht die S 2. Sie wird für drei Wochen unterbrochen

Klaus Kurpjuweit

Für die Fahrgäste von U- und S-Bahnen gibt es von diesem Monat an wieder zahlreiche Unannehmlichkeiten durch Streckensperrungen. Den Anfang macht die S-Bahn. Auf der S 2 Richtung Lichtenrade/Blankenfelde fahren ab dem 19. April drei Wochen lang wegen eines Brückenneubaus über die Gleise der Fernbahn keine Züge. Im Lauf des Jahres folgen zum Teil mehrmonatige Sperrungen bei der U-Bahn auf den Linien U 1 und U 5 (siehe grauen Kasten). Hier müssen die Anlagen saniert werden.

Es gibt auch eine gute Nachricht: Bei der S-Bahn geht am 19. April die gut 14-monatige Sperrung des zentralen Abschnitts zwischen dem Bahnhof Zoo und Charlottenburg zu Ende. Sofort anschließend folgt aber nun die Unterbrechung der Verbindung nach Lichtenrade. Zur dreiwöchigen Vollsperrung haben sich die Planer spät entschieden. Zunächst war vorgesehen, die Züge auf einer Ersatzstrecke an der Baustelle vorbeizuführen. Bei der Planung stellte man fest, dass auch diese Variante zu Unterbrechungen des Betriebs führen würde. Ferner wäre der Bau einer Ersatztrasse erheblich teurer geworden.

Für den Aufbau der Fernbahngleise auf der Anhalter Bahn zwischen der Stadtgrenze bei Lichterfelde und dem künftigen Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof in Mitte entsteht am Prellerweg ein neuer Bahnknoten. Hier vereinen sich die aus Süden kommenden Strecken der Anhalter und Dresdner Bahn im Fernverkehr sowie bei der S-Bahn die S 2 aus Blankenfelde und die S 25, die künftig von Teltow kommen wird. Insgesamt sind dafür am Prellerweg vier Brückenbauten erforderlich; dabei entsteht auch ein 700 Meter langes Bauwerk, „Überflieger“ genannt. Die Brücke, auf der künftig die Züge der S 2 die Gleise der Anhalter Bahn überqueren werden, ist bereits fast fertig. Sie ist neben den Gleisen der S-Bahn gebaut worden. In der Sperrzeit wird sie nun an ihren endgültigen Platz verschoben. Um den 48 Meter langen, zehn Meter hohen und elf Meter breiten Betonkoloss einbauen zu können, muss zunächst der Bahndamm in diesem Bereich abgetragen werden. Auf besonderen „Verschub-Bahnen“ wird der 4000-Tonnen-Bau dann zu seinem endgültigen Platz „rutschen“.

Während der Sperrzeit fahren die S-Bahnen von Bernau/Buch bis Priesterweg sowie auf dem südlichen Abschnitt zwischen Blankenfelde/Lichtenrade und Attilastraße. Den gesperrten Abschnitt müssen die Fahrgäste auf der Straße zurücklegen. Die Busse fahren zwischen der Attilastraße und dem Bahnhof Südende an der S 25. Diese Verbindung sei die schnellste, ist Baubetriebsmanager Christian Morgenroth überzeugt. Schadhafte Züge auf dem vom übrigen Netz isolierten Südabschnitt werden von einer Diesellok über den Außenring zur Werkstatt geschleppt.

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