Berlin : Die Schönheit des Pumpwerks – Berlins Versorgungsbauten

Bernhard Schulz

Gewöhnlich dringt die Versorgung mit Wasser, Strom und Gas allenfalls dann ins öffentliche Bewusstsein, wenn sie einmal gestört ist. Die überirdischen Anlagen zu deren Erzeugung und Verteilung werden lediglich als Gewerbebauten wahrgenommen, „deren äußeres Erscheinungsbild lediglich von Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der technischen Anlagen und ihrer Funktionen abhängt“. So heißt es in dem jüngst erschienenen Band der – seit Jahrzehnten im Erscheinen begriffenen – Reihe „Berlin und seine Bauten“ über die „Stadttechnik“. Doch halt – neben der Überzahl rein ingenieurmäßiger Lösungen gibt es etliche Großbauten mit architektonischem Anspruch. Von Alfred Messel, dem Erbauer des legendären Kaufhauses am Leipziger Platz, bis zu Oswald Mathias Ungers, der mit dem kleinen Pumpwerk Alt-Moabit 1978 sein Berliner Debüt gab, reihen sich die Namen berühmter Architekten. So weist Berlin, wie es sich für die einst größte europäische Industriestadt gebührt, eine Fülle bedeutender Versorgungsbauten auf. Ihren Höhepunkt erreichte die Technikarchitektur natürlich in den zwanziger Jahren; herausragend das Großkraftwerk Klingenberg an der Oberspree. Teils arg techniklastig ist der Band geraten, so dass das Architektonische bisweilen in den Hintergrund gerät. Doch einen umfassenderen Einblick in das Innenleben der Stadt gibt es wohl kaum.

— Berlin und seine Bauten, Band X A 2: Stadttechnik (Hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin). Michael Imhof Verlag, Petersberg. 407 Seiten mit vielen Abbildungen, 59,90 Euro.

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