• Die SPD hat keinen Grund, sich auf den Wahl-Tag zu freuen. Aber auch die F.D.P. wird sich kaum an ihrem Ergebnis berauschen können (Kommentar)

Berlin : Die SPD hat keinen Grund, sich auf den Wahl-Tag zu freuen. Aber auch die F.D.P. wird sich kaum an ihrem Ergebnis berauschen können (Kommentar)

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Am Sonntagabend wird die SPD Trost brauchen, wenn sie in Berlin ihr miserables Ergebnis einfährt. Aber von einer Partei ist es sicher, dass sie noch schlechter abschneidet: Gelangte die FDP ins Abgeordneten-Haus, käme dies einem Wunder gleich. Aber während der Untergang des Walter Momper keinen bundespolitischen Kollateralschaden anrichten dürfte, könnte die landespolitische Mini-Katastrophe der Liberalen Partei-Chef Gerhardt den Vorsitz kosten. Das wäre ungerecht. Wenn eine FDP-Regionalgliederung Schuld am eigenen Untergang ist, dann die Berliner. Doch wann wäre Politik je gerecht? Das Berliner Debakel stellt den Abschluss einer Serie dar. Auch an ihr ist Gerhardt nicht schuld. Nicht allein. Er repräsentiert den Zustand der Partei, über den auch die Programmeskapaden von Generalsekretär Guido Westerwelle nicht dauerhaft hinwegtäuschen können. Die FDP ist, ausgelaugt in langen Regierungsjahren, in der Opposition nicht wirklich erneuert. Dafür steht Gerhardt, persönlich sympathisch, aber überfordert. Vor den Liberalen liegen zwei Wahlen, in denen sie es schaffen müssen - und möglicherweise können: Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Wollen sie eine neue Spitze, muss das vorher ins Werk gesetzt werden. Rainer Brüderle dementiert und steht bereit. Was unterscheidet ihn von Gerhardt? Die gutgelaunte Volkstümlichkeit. Ob das reicht? Kaum. Aber wann hätte derlei Einsicht Politiker von ihren Ambitionen abgehalten.

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