• Die SPD will an der Schließung Tempelhofs festhalten - der Konflikt um die neue Nutzung bleibt

Berlin : Die SPD will an der Schließung Tempelhofs festhalten - der Konflikt um die neue Nutzung bleibt

kvo

Ob der Flughafen Tempelhof Gegenstand von Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU wird, ist nach Angaben von Senatssprecher Michael-Andreas Butz noch völlig offen. "Wir sind noch bei den Sondierungen", sagte Butz gegenüber dem Tagesspiegel, "wenn es Verhandlungen gibt, werden Arbeitsgruppen gebildet. Welche das sein werden, steht noch nicht fest." Auch bei Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner (CDU) gibt man sich gelassen. "Von uns aus gibt es keine Aktivitäten, Tempelhof zum Thema bei eventuellen Verhandlungen zwischen SPD und CDU zu machen", sagte Branoners Sprecher Michael Wehran.

Bei der SPD verweist man auf den Konsensbeschluß zwischen der Bundesregierung und den Ländern Berlin und Brandenburg. 1996 hatte man sich darauf geeinigt, dass die Flughäfen Tempelhof und Tegel für Passagiere geschlossen werden, sowie der neue Flughafen Schönefeld planungsrechtlich abgesichert ist. "An diesem Beschluss sollte man festhalten und nicht ständig neue Spekulationen in die Welt setzen", sagte der Chef der SPD-Fraktion Klaus Böger. Für Tempelhof könnte das Aus danach bereits im Jahr 2002 kommen, für Tegel im Jahr 2007.

Unberührt von der Nutzung durch Passagierflüge bleibt die Spezialnutzung, die Wirtschaftssenator Branoner für das Areal vorschlägt: Branoner, der auch Direktkandidat in Tempelhof ist, will dort ein medizinisches Zentrum mit angeschlossener Start- und Landebahn entstehen lassen. Der Flughafen soll dann für den Transport von Organen genutzt werden. Der Direktkandidat der SPD in Tempelhof, Hermann Borghorst, hält nichts davon. Ihm schwebt eine Mischung aus Gewerbe, Wohnen und Erholung für das Gelände vor.

Auch Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) hält den medizinischen Spezialflughafen für abwegig: "Die Flüge würden noch nicht mal die Reinigungskosten für die Gebäude wieder hereinbringen." Strieder will auf dem Gelände Gewerbe ansiedeln und einen Erholungspark schaffen. Dabei soll es "rund um das Thema Fliegen" gehen, das Areal soll dann "Park der Luftbrücke" heißen. Das Innere des Geländes will Strieder freihalten, eine Wiese soll Kaltluft für den Klimaaustausch in der Stadt schaffen. "Damit können wir den Ausgleich zwischen Warm- und Kaltluft verbessern", sagte Strieder. Mit der großen Freifläche kommt Strieder auch einer Forderung des Regierenden Bürgermeisters entgegen. Diepgen plädiert seit Jahren dafür, das Gelände nicht vorzeitig zu verplanen.

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