Berlin : Die Spekulationen über Namen und Posten

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Kaum zu glauben, wie viele Leute in einen Senat passen. 30 Namen wurden in den vergangenen Wochen genannt, die als Mitglieder der neuen Landesregierung in Frage kämen. Unerwähnt blieben jene Namenlosen, möglichst weiblichen Geschlechts, die in den Weiten der ostdeutschen Länder verloren gingen. "Frau" und "Ost" könnten Mangelware sein im nächsten Senat.

Einer ist Fels in der Brandung geblieben: der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU). Kein noch so windiger Personal-Spekulations-Berichterstatter hat es gewagt, einen Gegenkandidaten für das oberste Regierungsamt zu präsentieren. Auch Innensenator Eckart Werthebach (CDU) blieb weitgehend unangefochten. Nur zeitweilig wurde SPD-Fraktionschef Klaus Böger zum Innensenator gemacht. Böger wurde aber auch für Schule, Jugend und Sport, für Wissenschaft und Kultur oder als Wirtschaftssenator gehandelt.

Finanzen sollten sich, glaubte man den Gerüchten, Annette Fugmann-Heesing (SPD), Volker Liepelt und Peter Kurth (beide CDU) teilen. Für Justiz waren CDU-Mann Uwe Lehmann-Brauns, SPD-Landeschef Peter Strieder und Senatskanzlei-Chef Volker Kähne ein fast sicherer Tipp. Gedränge bei Gesundheit/Soziales: Gabriele Schöttler, Ingeborg Junge-Reyer (beide SPD), Klinik-Chef Axel Ekkernkamp, Sabine Bergmann-Pohl, Detlef Orwat und Marlies Wanjura (alle CDU).

Für das Super-Ressort Bauen/Wohnen/Stadtentwicklung/Umwelt/Verkehr fielen auch findigen Reportern nur die Polit-Giganten Strieder und Wolfgang Branoner (CDU) ein. In Architektenkreisen wurde der Stadtplanungs-Guru Hans Stimmann (SPD) gehandelt. Branoner könnte aber auch weiter Wirtschaft machen. Für Wirtschaft kam ebenso der SPD-Gewerkschafter Hermann Borghorst in Frage. Edzard Reuter empfahl sich selbst als Senator. Schulpolitik, sagten Kenner, könne auch der CDU-Bildungsstadtrat Stefan Schlede machen. Für Kultur und Wissenschaft reichte kaum das Papier: Wolf Lepenies, Christa Thoben, Christoph Stölzl, Michel Friedmann, Ulrich Eckhardt, Monika Grütters. Bald sind wir wirklich schlau. Am 9. Dezember wird ein neuer Senat gewählt.

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