Berlin : Die Spree entzweit die SPD

Der SPD-Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg, unterstützt von den Jusos auf Kreis- und Landesebene, tritt für die Forderungen der Initiative „Mediaspree versenken“ ein. Damit tritt der Verband offen gegen Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer an, die demselben Kreisverband angehört. Junge-Reyer hatte gestern im Tagesspiegel die bisherigen Pläne für die Neubauten an der Spree verteidigt. Sie rechne nicht mit Verdrängung in den angrenzenden Kiezen, erklärte sie und forderte dazu auf, die bestehenden Verträge mit den Investoren einzuhalten.

So hat der SPD-geführte Senat einen städtebaulichen Vertrag mit der Anschutz-Gruppe, der ihr zusichert, rund um die fast fertiggestellte O2-World ein neues Stadtquartier mit rund 520 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche zu errichten. Anschutz-Geschäftsführer Detlef Kornett sagte am Rande einer Veranstaltung am Donnerstagabend: „Wenn wir nicht bauen können, wollen wir unser Geld zurück.“ Dabei gehe es um große Summen, so Kornett, schließlich habe Anschutz das Areal für „viele Millionen Euro“ gekauft. Die Veranstaltungsarena, die am 10. September öffnet, lasse Anschutz derzeit sicherheitshalber Tag und Nacht bewachen.

Volker Härtig, Mitglied im Vorstand des SPD-Kreisverbands, erklärte gegenüber „Radio Eins“, durch den Bürgerentscheid entstehe Druck und es könnten neue Planungen formuliert werden, die in Richtung weniger Büro und mehr Wohnungen gehen müssten. Alle im Bezirk – auch die SPD, und auch auf Landesebene – hätten zu unkritisch der Entwicklung zugesehen, die aus dem Ruder gelaufen sei. Die Planungen seien nicht mehr zeitgemäß. Junge-Reyer hingegen plädiert für die Baupläne: „Auf den Grundstücken kann man bauen und gleichzeitig das Ufer freihalten.“ oew/AG/ddp

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