DIE STAATSOPER : Immer wieder neu

DEZEMBER 1742

Friedrich der Große erfüllt sich den Traum von

einem eigenen Opernhaus. Das klassizistische Gebäude ist das erste Hoftheater Deutschlands, das freistehend und nicht innerhalb einer Schlossanlage errichtet wurde.

AUGUST 1789

Erstmals findet Unter den Linden eine Vorstellung statt, die gegen Eintrittsgeld für jedermann zugänglich ist.

18. AUGUST 1843

Das Gebäude brennt nach einer Aufführung

des Balletts „Der Schweizersoldat“ bis auf

die Grundmauern ab.

HERBST 1844

Das nach Plänen von Carl Ferdinand Langhans neu errichtete Haus wird mit Meyerbeers „Ein Feldlager in Schlesien“ wiedereröffnet. Der Zuschauerraum hat jetzt vier Ränge.

1910

Das Theater erhält ein neues, deutlich höheres Bühnenhaus. Zudem wird für Serviceräume

und Technik im hinteren Bühnenbereich ein

Querschiff angebaut.

APRIL 1928

Wiedereröffnung nach einem Umbau des

Bühnenhauses, das eine Drehbühne bekommen hat sowie um Unter- und Seitenbühnen

erweitert wurde.

9. APRIL 1941

Die Staatsoper wird durch Bomben zerstört. Der Wiederaufbau beginnt sofort, bereits am 12. Dezember 1942 dirigiert Wilhelm Furtwängler zur Wiedereröffnung Wagners „Meistersinger“.

3. FEBRUAR 1945

Erneute Zerstörung im Bombenhagel.

1952 BIS 1955

Nach den Plänen des Architekten Richard

Paulick wird die Oper wieder aufgebaut. Für die Ausstattung inspiriert sich Paulick beim friderizianischen Rokoko. Zur Eröffnung am 4. September 1955 erklingen wieder die „Meistersinger“.

1983 BIS 1988

Umfangreiche Renovierungsmaßnahmen, bei

denen nicht nur die technische Ausstattung

verbessert wird, sondern etwa auch die historischen Kronleuchter nachgebaut werden. Insgesamt werden 100 Millionen DDR-Mark investiert. Die in den 50er Jahren entfernte Inschrift „Fridericus Rex Apollini et Musis“ wird wieder

an der Fassade angebracht.

2001

Ein erster Wettbewerb zur Generalsanierung der Oper findet statt. Gerhard Spangenberg erhält den 1. Preis. Sein Entwurf eines modernen Saals wird jedoch nicht realisiert.

MITTE MAI 2008

Der Architekt Klaus Roth geht als Sieger aus dem zweiten Wettbewerb zur Gestaltung des

Zuschauerraums hervor. Auch er möchte in das historische Gebäude einen modernen Saal einbauen lassen, der beste Sicht von allen Plätzen sowie ideale akustische Bedingungen bietet.

15. JULI 2008

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit gibt bekannt, dass der Wettbewerb gescheitert ist, weil Berlin und der Bund als Geldgeber keine Variante mit einem modernen Saal akzeptieren wollen. Das Haus soll in der Ästhetik des

Wiederaufbaus von 1955 erhalten bleiben.

Die Preisgelder in Höhe von 95 000 Euro

wurden ausgezahlt, insgesamt kostet das

geplatzte Verfahren 175 000 Euro.

OKTOBER 2008

Die Senatsbauverwaltung bringt die Ausschreibung über „Planungsleistungen von Architekten für den denkmalgerechten Umbau, Modernisierung und die Erweiterung der Staatsoper mit seinem Opernhaus und angrenzenden Funktionsgebäuden“ auf den Weg. Die Vergabe erfolgt diesmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das

Architekturbüro HG Merz erhält den Auftrag.

Für die Sanierung des Operngebäudes stehen 126 Millionen Euro zur Verfügung, wobei allein 50 Millionen in die Erneuerung der Bühnentechnik fließen. 90 Millionen sind für das Intendanzgebäude, das Magazingebäude mit den neuen Probensälen sowie für den Verbindungstunnel vorgesehen.

SEPTEMBER 2010

Die Grundsanierung beginnt, das Ensemble spielt während der Bauarbeiten im ehemaligen Schillertheater in Charlottenburg. Die feierliche Wiedereröffnung der Lindenoper ist für den 3. Oktober 2013 geplant.

MAI 2011

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher gibt

bekannt, dass die Staatsoper erst am Tag der

Deutschen Einheit 2014 den Spielbetrieb wieder aufnehmen kann. Ursache dafür sind der harte Winter, Probleme mit der Stabilisierung des

Baugrunds sowie der unerwartete Fund eines Bunkers unterm Intendanzgebäude.

25. MAI 2012

Die Senatsbaudirektorin verkündet eine weitere Verschiebung des Eröffnungstermins auf den April 2015, da im Baugrund Holzpfähle der Berliner Festungsmauer aus dem 17. Jahrhundert gefunden wurden. Das erfordert zusätzlichen

Aufwand bei der Sicherung des Baugrundes.

Auf einer Pressekonferenz am selben Tag erklärt Daniel Barenboim, er sei nicht bereit, die

erneute Terminverschiebung zu akzeptieren.

4. JUNI 2012

Im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses wird Regula Lüscher gefragt, ob das Budget durch die Terminverzögerungen aus dem Ruder laufen könne. Ihre Antwort: „Im Moment sind wir in den Kosten.“ Auf Antrag der Opposition erhält die Bauverwaltung den Auftrag zu prüfen, welche Kostenersparnis ein Verzicht auf den Tunnel zwischen Oper und Magazin bringen könnte.

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