Berlin : „Die Staatsoper ist aktuell und gefragt“

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PETER MUSSBACH

ist seit 2002 Intendant der Staatsoper Unter den Linden.

Foto: ddp/Matzerath

Warum braucht Berlin drei Opern?

Sie sind eine einzigartige Chance, der Stadt auch in Zukunft künstlerische Vielfalt zu sichern. Das Problem von Herrn Sarrazin ist: Er erkennt nicht, dass es Aufgabe der Politik ist, den mentalen Verfall der Gesellschaft aufzuhalten. In der Verfassung ist festgeschrieben, dass Kultur eine Staatsaufgabe ist.

Die Vorstellungen könnten besser besucht sein, sagt der Finanzsenator.

Das ist doch Quatsch. Wir haben eine Auslastung von 87 Prozent, das hat keine andere Berliner Oper. 30 Prozent unserer Zuschauer sind 18 bis 21 Jahre alt – auch das ist einmalig und ein Hinweis darauf, dass unsere Angebote aktuell und gefragt sind.

Trotzdem müssen Reformen her.

Kein Widerspruch: Ich habe hier angefangen, um Strukturen zu verändern. Unsere neuen Spielstätten sind ein Beweis. Der Senat muss sich entscheiden, ob er drei Opern haben will. Die Stiftung von Kultursenator Flierl ist im Prinzip okay; aber nur, wenn die Autonomie der Häuser erhalten bliebe. Das Konzept birgt die Gefahr einer Superfusion mit einem Generalissimo an der Spitze.

Die Interviews führte Matthias Oloew

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