Berlin : Die Stadt holt sich das Ufer

Am Groß Glienicker See stehen Enteignungen für einen Weg am Wasser bevor.

Katharina Wiechers

Potsdam - Das größte Enteignungsverfahren in Potsdam seit der Wende steht bevor. Am 19. November beginnen die mündlichen Verhandlungen mit 21 Anreinern im Streit um einen Uferweg am Groß Glienicker See zwischen der Stadt Potsdam und den Anrainern.

Laut Amtsblatt geht es bei den Verfahren sowohl um die Enteignung an sich als auch um die Höhe der Entschädigungen. Das Innenministerium hatte als Enteignungsbehörde einen Gutachter beauftragt, die jeweilige Entschädigungssumme für die Grundstücke festzulegen. Insgesamt geht es um 2900 Quadratmeter und von mehrere zehntausend Euro.

Über eine öffentliche Nutzung des ehemaligen Postenwegs der DDR-Grenzer wird seit Jahren gestritten. Schon seit 1999 gibt es dort einen gültigen Bebauungsplan und somit Baurecht – seit 2009 verhandelt die Stadt mit den Anrainern. Während anfangs noch einige von ihnen zu Kompromissen bereit waren, sind die Fronten mittlerweile verhärtet. Einige der Uferbewohner werfen der Stadt vor, dass der geplante Weg an manchen Stellen ohne ersichtlichen Grund vom einstigen Verlauf abweicht. Andere hatten sich im Gegenzug für die Öffnung Zugeständnisse wie etwa beim Bau von Bootsstegen erhofft. Die Stadt hingegen verweist auf den vor Jahren beschlossenen Bebauungsplan, an den sie sich unter anderem aus Gründen des Naturschutzes halten will und muss. Die Folge ist, dass vier der Anrainer den Weg schon vor einiger Zeit mit Zäunen oder Hecken gesperrt haben, nur an wenigen Stellen kommt man noch hinunter ans Wasser.

Wie lange das Verfahren dauern wird, ist noch unklar. Katharina Wiechers

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