• Die Stadt mit anderen Augen sehen LEBENDIGE GESCHICHTE: SCHÜLER ERFORSCHEN DEN AUFSTAND

Berlin : Die Stadt mit anderen Augen sehen LEBENDIGE GESCHICHTE: SCHÜLER ERFORSCHEN DEN AUFSTAND

Schüler der Barnim-Schule in Hohenschönhausen haben nach den Orten des Aufstands gesucht

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Und mit een Male ein Gedröhne! Das waren die russischen Panzer!“ Die Stimme des Zeitzeugen Alfred Franke tönt durch das Klassenzimmer des Grundkurses „Politische Weltkunde“ der BarnimOberschule in Hohenschönhausen. Christiane Weiß und Julia Giering haben die Erzählungen von Franke und seiner Frau Irmgard über den 17. Juni 1953 auf einer CD zusammengeschnitten. Die Zwölftklässler haben auch ein Video, eine Mappe mit der Chronologie der Ereignisse, eine Plakatwand und eine Webseite vorbereitet. Bis zum 30. Juni wird alles zum Wettbewerb „17. Juni 1953 – Spuren suchen“ an die Senatsverwaltung für Bildung geschickt. „Richtig Gänsehaut bekommen“ hatte Janine Krohn, so gut hat ihr die Arbeit ihrer Schüler gefallen. Anne Zilde, Franziska Neumann, Katja Schulze und Hendrik Baron wollten den Schauplätzen des Aufstandes ein Gesicht geben. Im Internet und in Bibliotheken suchten sie die für sie wichtigsten Orte des Geschehens heraus. „Wir sind einen ganzen Tag durch Berlin gelaufen und haben die Orte fotografiert“, erklärt Katja Schulze. „Einiges steht gar nicht mehr, wir haben dann Passanten befragt“, erzählt sie. Zum Beispiel das Frauengefängnis in der Friedrichshainer Barnimstraße. Am 17. Juni belagerten Demonstranten das Zuchthaus und forderten die Freilassung politischer Gefangener. Heute ist dort ein Übungsplatz für Radfahrer. Nur eine Gedenktafel erinnert an das Gefängnis, in dem auch Rosa Luxemburg inhaftiert wurde. „Man ist an manchen Orten schon so oft gewesen und hat die Tafeln nie gesehen.“ Katja begegnet der Stadt mit verändertem Blick. „Ich schaue jetzt auch ganz bewusst auf Details.“ Hendrik hat der etwas andere Stadtrundgang auch beeindruckt. „Die Orte sehen so normal aus, dabei hat so viel hier stattgefunden.“ Für Katja hat auch ihr nächster Arbeitstag eine ganz andere Bedeutung bekommen. Regelmäßig kellnert sie bei Empfängen. Dieses Wochenende arbeitet sie in der Wallstraße im ehemaligen Bürohaus des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds. Am 16. Juni marschierten hier vor dem Haus der Einheitsgewerkschaft 2000 Menschen vorbei und skandierten „Kampf gegen die erhöhten Normen!“. Katja freut sich schon auf den Aufenthalt im geschichtsträchtigen Haus. cof

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