Berlin : "Die Stadt neu erfahren": Am Sonnabend ist Mitte "autofrei"

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Die Mitte Berlins bleibt am kommenden Sonnabend autofrei. Von 11 bis 18 Uhr sind auf der Straße Unter den Linden, am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni nur Fußgänger, Inline-Skater, Fahrradfahrer und der öffentliche Nahverkehr zugelassen. Unter dem Motto "Die Stadt neu erfahren" beteiligt sich Berlin an dem alljährlichen autofreien 22. September, der europaweit in 752 Städten stattfindet.

Zum Thema Newsticker: Aktuelle Meldungen aus Berlin und Brandenburg Mit Hilfe zahlreicher Aktionen, darunter eine Fahrradsternfahrt durch Steglitz, Kreuzberg, Marzahn und Wedding, Diskussionsveranstaltungen und einem Erdgastaxi-Shuttle sollen die Berliner davon überzeugt werden, ihr Auto stehen zu lassen und andere Verkehrsmittel zu entdecken, sagt Verkehrsstaatssekretärin Maria Krautzberger. Neben zahlreichen Informationsständen werden auf der Strecke auch zwei Bühnen, eine Solarroller-Teststrecke und eine Aktionsfläche für mehr Sicherheit im Verkehr aufgebaut. Auf der Spree laden Solarboote zu einer Rundfahrt ein. Laut Krautzberger legen die Berliner ein Drittel aller Wege zu Fuß und mit dem Fahrrad zurück, 27 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln und 40 Prozent mit Auto oder Motorrad. Außerdem gebe es in der Stadt doppelt so viele Fahrräder wie Autos. Um auch hartnäckigen Autofahrern das Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr schmackhaft zu machen, locken BVG und S-Bahn mit einem Sondertarif: das Zwei-Stunden-Ticket für 4,20 Mark gilt am Sonnabend den ganzen Tag im gesamten Stadtgebiet.

Auch der ADAC unterstütze diese Aktion, sagte Sprecher Eberhard Lange. Derartige Veranstaltungen trügen zur Steigerung der Lebensqualität bei, jedoch seien sie nicht geeignet, nachhaltig die Verkehrs- und Umweltprobleme in den Städten zu lösen.

Der von der EU-Kommission angeregte autofreie 22. September findet am kommenden Sonnabend europaweit zum 2. Mal statt. Nur Berlin begeht ihn in diesem Jahr zum ersten Mal: weil der 22. September im vergangenen Jahr auf einen Freitag fiel, verschob Senator Peter Strieder den autofreien Tag kurzerhand auf Sonntag. Begründung damals: Den Autofahrern sei ein Verzicht am Werktag nicht zuzumuten.

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