Berlin : Die stille Baustelle am Wannsee

Im Strandbad hat die Sanierung begonnen. Zu sehen ist davon kaum etwas

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Wenn Anfang April die ersten Gäste kommen, müssen sie mit Baulärm rechnen. Noch aber ist von der im Herbst angekündigten Sanierung des Strandbads Wannsee kaum was zu sehen. Dabei soll 2007, zum hundertjährigen Bestehen des Bades, alles vorzeigbar hergerichtet sein. Der Vorplatz wurde umgestaltet und „aufgeräumt“, aber im Inneren des Geländes tut sich offenkundig wenig. Nach Ansicht von Helmut Engel von der Stiftung Denkmalschutz Berlin trügt der Schein. „Es wird richtig was getan“, versicherte der frühere Berliner Landeskonservator.

So lasse die private Stiftung, die auch das Brandenburger Tor sanierte, gerade den technischen Zustand eines außen stehenden Hallengebäudes untersuchen. Dabei werden Knotenpunkte der Konstruktion freigelegt. Diese Umkleidehallen in Leichtbauweise seien nie ordentlich klimatisiert worden, sagte Engel.

Auch habe man neben dem Problem der rostigen Träger ein statisches am Halse, weil die aktuelle Versammlungsstätten-Verordnung höhere Verkehrslasten vorschreibe. Diverse Bauanträge seien beim Bezirksamt gestellt, „die Abstimmungen laufen“. Ein weiteres Hallengebäude könne erst saniert werden, wenn die Mieter der kleinen Gewerberäume ausgezogen seien. Deren Pachtverträge liefen bis Ende 2005. Die Stiftung Denkmalschutz Berlin will zwei Hallen sanieren, das Unternehmen Hochtief ist beauftragt. Zwei weitere Hallen wurden bereits vor Jahren restauriert. Engel äußerte Zweifel, ob die Bäderbetriebe, wie vereinbart, mit der Sanierung der technischen Anlagen rechtzeitig vorankommen. Bäderchef Klaus Lipinsksy betonte dagegen am Montag, es gebe keine Probleme, man liege voll im Zeitplan.

Auch mit der Sanierung einer langen Stützmauer könne bald begonnen werden. Die Ausschreibung für das Strandcafé „Lido“ habe sich leider verzögert, die Stiftung habe noch einen Ideenwettbewerb für den Vorplatz vorgeschlagen. Aber auch hier sehe er kein Problem für den geplanten Zeitablauf, sagte Lipinsky. Die Ausschreibung solle nun Ende Januar beginnen. Die Stiftung will in die Bausubstanz des Strandbades 8,5 Millionen Euro investieren, das Land Berlin in die Technik vier Millionen Euro.C. v. L.

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