Berlin : DIE STRAHLENDEN SCHEFFLERS AUS NEUKÖLLN

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„Das lassen wir uns nicht nehmen“, sagt Werner Scheffler auf dem Balkon und legt den Arm um seine Frau Eva. „So machen wir das seit Jahren, und wir haben Freude daran.“ Immer nach Totensonntag holen der 68Jährige und seine 64-jährige Frau Sternstrahler und Lichterschlange aus der Kiste und drapieren sie ordentlich. Damit alles strahlt, hat Scheffler sogar einen kleinen Kabeldurchbruch gebohrt, die Elektrik schneesicher in eine Plastiktüte gepackt. „Gut, dass ich früher auf dem Bau war“, sagt der Neuköllner. 30 Jahre wohnt er schon Laubestraße 11. Wenn er den Balkon gegenüber mit dieser scheinbar lieblos hingeworfenen Kette sieht, muss der Fachmann „immer lachen“. Ringsherum sei leider immer weniger Festtagsbeleuchtung zu sehen. „Die Leute sparen, und die Ausländer feiern Weihnachten ja nicht.“ Da rüsten eben die Schefflers auf. Die Nachbarn freuen sich – nicht aber die Vögel der Familie. „Die müssen wir um die Zeit ins hintere Zimmer stellen. Bei dem Geblinke werden die sonst irre.“ Texte: Annette Kögel / Foto: Kai-Uwe Heinrich

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