Berlin : Die Telefonfirma hat Kapazitäts- und Kommunikationsprobleme

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Der Berliner Telefonanbieter Berlikomm hat erhebliche Probleme, seine neu gewonnenen Kunden mit Anschlüssen zu versorgen. Beim Tagesspiegel meldete sich jetzt ein vergrätzter Kunde: Rechtsanwalt Achim Cohrs aus Friedenau wirft dem Telekom-Konkurrenten vor, "hochgradig unprofessionell" zu arbeiten. Anfang Januar hatte er bei Berlikomm einen ISDN-Anschluss bestellt, erhielt bis jetzt allerdings nur schriftliche Vertröstungen und die vage Ankündigung, Ende Mai aktiv zu werden. Berlikomm-Prokurist Hans-Peter Graef entschuldigt die Verzögerung mit der zeitaufwendigen und teuren Vernetzung der Berlikomm-Leitungen mit den Telekom-Verteilerstellen.

Bisher hätten 13 000 Privatkunden einen Anschluss bestellt - wöchentlich könnten jedoch nur 200 bis 300 abgearbeitet werden. "Wir haben den Kundenansturm unterschätzt." Während die westlichen Innenstadt-Bezirke schon angeschlossen sind, sieht es im Süden, dem gesamten Ostteil der Stadt und in den Randlagen Berlins noch düster aus. Bis Jahresende soll das Stadtgebiet Flächen deckend mit den in Abwasserkanälen verlegten Berlikomm-Kabeln verbunden sein. Dann dürfte sich die Anschlusszeit auf zwei bis vier Wochen verkürzen, hofft Graef. Probleme gibt es auch im Call-Center der Berlikomm. Die Mitarbeiter seien zeitweise "total überlastet" gewesen und hätten falsche Informationen herausgegeben. Man arbeite daran, die Mängel abzustellen, so Graef. Graef gesteht zu, dass die Berlikomm ein Kommunikationsproblem hat, "was für ein Kommunikationsunternehmen schrecklich ist." Bisher hätten jedoch nur ein bis zwei Prozent der Kunden ihren Auftrag wieder storniert. Angaben von Rechtsanwalt Cohrs, nach denen bereits "etliche lukrative Kunden" wieder abgesprungen seien, widerspricht Graef. Trotz der Probleme sollen bis Ende des Jahres 40 000 Kunden ans Netz gehen. Berlikomm wirbt mit günstigen Gesprächstarifen (4 Pfennig pro Minute im Ortsbereich) und Internet-Angeboten.

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