Berlin : Die Telekom hält den Ball hoch

Die Kugel des Fernsehturms wird in den nächsten Tagen zum Fußball Bis zum WM-Endspiel soll das Rund in Silber und Magenta leuchten

Lothar Heinke

Die Kugel des Fernsehturms wird zum größten Fußball, den es je in Berlin gab – 32 Meter im Durchmesser. Monatelang soll das Rund hoch über der Stadt schweben und aller Welt zeigen, dass Berlin bald ganz im Zeichen des runden Leders steht. „Wir machen den Turm zum Wahrzeichen der Fußball-Weltmeisterschaft“, sagt Matthias Schumann von der Telekom, der der Betonriese am Alexanderplatz gehört. Die Baugenehmigung des Bezirks Mitte wurde jetzt mit freundlicher Mithilfe des Regierenden Bürgermeisters erteilt, und wenn es das Wetter erlaubt, soll schon in den nächsten Tagen, spätestens am Montag, mit der Montage begonnen werden.

Dann kommen Fassadenkletterer zum Einsatz. Sie werden an der silbrigen, 4800 Tonnen schweren Kugel hängen, die mit 140 facettenartigen Segmenten aus Edelstahl verkleidet ist, und die Außenhaut mit etwa 3000 Quadratmetern Folie überziehen. Den Artisten kommt dabei jene bewegliche Bühne zugute, von der aus auch die Fernsehturm-Fensterputzer mit dem Wischlappen in der Hand um den Turm kreisen und dabei den Gästen im 207 Meter hoch gelegenen Telecafé auf den Kuchenteller gucken. Die Klebebrigade muss bei ihrer spektakulären Aktion fast zwei Dutzend Sechsecke in Silber und zwölf in der Telekom-Farbe Magenta auf die Turmkugel bringen, von der aus zahlreiche TV- und Radioprogramme gesendet werden.

Das Material der Folie ist ein Produkt der Weltraumfahrt, verträgt stürmische Winde und tiefe Temperaturen. Spätestens am 9. Dezember soll Berlin komplett unter dem Zeichen des Fußballs stehen – an jenem Tag werden die Vorrundengruppen der WM ausgelost und damit auch die Mannschaften bestimmt, die in Berlin spielen werden.

Der Fernblick vom Aussichtsgeschoss und aus dem Café in 203 und 207 Metern Höhe werde so gut wie überhaupt nicht durch die Folie getrübt, sagt Hartmut Wellner, der Chef der Turmgastronomie. Die Verhüllung sei durchsichtig. Bekanntlich dreht sich der Gast mitsamt seiner Kaffeetasse in 30 Minuten einmal um die Turmachse und sieht die ganze Stadt.

Der Turmvater freut sich, „dass die Telekom hier mal etwas ganz Spektakuläres“ mit dem Turm anstellt. Vor langer Zeit gab es hier pinkfarbene Leuchteffekte, zuletzt strahlte der Schaft ganz in Blau, und einmal hing sogar eine Fahne vom Turm herab: Das war zur Eröffnung am 3. Oktober 1969, die heutige Besitzerin Telekom hieß damals Deutsche Post. Das Ball-Ereignis nun soll durch zahlreiche Veranstaltungen komplettiert werden. Die erste Schau steigt schon, wenn der Ball aufgepumpt über der Stadt hängt: Ein Treppenlauf durch die Röhre in die Kugel – 986 Stufen hoch!

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