Berlin : Die TV-Kanzel

Andreas Conrad

entdeckt im Advent Berlins christliche Sendung Berlin gilt gemeinhin nicht als eine Stadt tiefsten Glaubens. Grundsätzlich wird den Bewohnern dieser Stadt eine prinzipielle Skepsis gegen jegliche Autorität zugeschrieben, ein gewisses Respektdefizit gegen „die da oben“ und seien sie selbst himmlisch. Möglich, dass diese Eigenart, aktuell gepaart mit der gesamtgesellschaftlichen Tendenz zum Profanen, die Ursache ist, dass es die hiesigen Kirchen alles andere als leicht haben: Leere Gotteshäuser, Kirchenaustritte und daher auch leere Kassen – wahrlich, es besteht kein Grund zum Jauchzen und Frohlocken. Allein, es gibt Hoffnung, gerade in der heute beginnenden Adventszeit: Ausgerechnet Berlin wird eine Art Sendezentrum des Heiligen Geistes. Im Zollernhof Unter den Linden wurde am Samstagabend im ZDF live der nunmehr 25-jährigen Tradition der sonntäglichen Fernsehgottesdienste gedacht, jener „Kanzel der Moderne, die den Nerv der Zeit und ihre Themen trifft“, wie ein Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland nicht ohne Pathos rühmte. An diesem Sonntag um 9.30 Uhr ist der Sender wiederum live aus der katholischen Pfarrei Heilige Familie in Lichterfelde dabei. Und die „Lieder zum Advent“, an den Sonntagen immer von 18.05 Uhr für fünf Minuten in der ARD, kommen aufgezeichnet aus der Spandauer Kirche Sankt Marien am Behnitz, gesungen vom Chor der Sankt-Hedwigs-Kathedrale. Ihr Gläubigen der Welt, schaut auf diese Stadt!

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