Berlin : Die U-Bahn ist bei Terrorakten die Schwachstelle

Auch gut geschulte Mitarbeiter sollen vor Angriffen schützen

Werner Schmidt

Gegen Autobomben können gefährdete Gebäude geschützt werden, gegen Selbstmordattacken sind die Sicherheitsbehörden allerdings relativ machtlos. Nur massive Mauern können ein Gebäude davor bewahren, dass ein Selbstmordattentäter mit einem Sprengstoff beladenen Auto alles niederwalzt, was sich ihm in den Weg stellt, um sein Ziel zu erreichen. Die israelische Botschaft an der Auguste-Viktoria-Straße in Schmargendorf ist immerhin von einer Mauer umgeben, Besucher werden streng kontrolliert.

Um zu verhindern, dass Terrorangriffe gegen die Bevölkerung, beispielsweise in der U-Bahn passieren, brauche man geschultes Personal in den Bahnhöfen, sagte Feuerwehrchef Albrecht Broemme. „Relevante Bereiche dürfen nicht ohne Personal sein.“ In den Berliner U-Bahnstationen sinkt die Zahl der BVG-Mitarbeiter wegen Einsparungen aber ständig.

Nach Broemmes Auffassung ist die Berliner U-Bahn nicht ausreichend gesichert, um einen Anschlag wie in der südkoreanischen Stadt Daegu zu verhindern. Mitarbeiter, die aufpassen, Verdächtiges unverzüglich weitermelden, das sei ein wertvoller Schutz vor Angriffen, sagte Broemme und verwies dabei auf London.

Rund um das Gebäude der US-Botschaft an der Neustädtischen Kirchstraße verhindern Betonkübel, dass ein Selbstmordattentäter mit einem Fahrzeug durchbricht. Die Straßen um die israelische Botschaft waren im Januar nach einer Terrorwarnung gesperrt worden.

Ein Tennisplatz, der direkt gegenüberliegt, wurde nicht als gefahrenträchtig angesehen. Notfalls müssen sich die Mitglieder gegenüber der Polizei ausweisen, bevor sie den Court betreten dürfen. Seit den Terrorangriffen vom 11. September 2001 auf World Trade Center in New York und Pentagon in Washington sind die Sicherheitsvorkehrungen auf sehr hohem Stand.

Wie anfällig kaum geschützte Gebäude für Angriffe sein können, zeigte die Attacke von Kurden auf die israelische Botschaft im Februar 1999. Damals lag die Mission an der Schinkelstraße in Grunewald.

Nach der Festnahme von PKK-Chef Abdullah Öcalan hatten die Kurden die Mission gestürmt und die wenigen Wachposten der deutschen Polizei einfach überrannt. Israelische Sicherheitsbeamte erschossen vier Kurden und verletzten 15 weitere schwer.

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