Berlin : Die U-Bahn macht dicht

Lange Vollsperrungen auf den Linien U 3 und U 6 BVG saniert für insgesamt 70 Millionen Euro

Klaus Kurpjuweit

Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr müssen 2005 einiges ertragen: höhere Fahrpreise und Einschränkungen im Angebot. Gleich auf zwei U-Bahn-Strecken gibt es zum Teil monatelange Vollsperrungen wegen Bauarbeiten. Die BVG will in diesem Jahr insgesamt rund 70 Millionen Euro in das Auffrischen der U-Bahn-Anlagen stecken. Zum Programm gehört dabei auch der Bau von weiteren Ausgängen auf vier Bahnhöfen.

Am härtesten trifft es die Fahrgäste im Raum Zehlendorf. Dort stellt die BVG den Betrieb zwischen Thielplatz und Krumme Lanke voraussichtlich vom 2. Mai an ein. Ab 18. Juli soll dann der gesamte Abschnitt von Krumme Lanke bis Breitenbachplatz dicht sein – bis zum 4. September.

Damit wenigstens zur Vorlesungszeit der FU der Betrieb bis zum Thielplatz aufrecht erhalten werden kann, installiert die BVG dort extra eine Weiche, so dass die Züge für die Rückfahrt aufs andere Gleis wechseln können. Sonst hätte der gesamte Abschnitt vom Breitenbachplatz bis Krumme Lanke vier Monate lang gesperrt werden müssen. Einen Vorgeschmack gibt es bereits in wenigen Wochen. Denn um die Weiche einbauen zu können, muss der Verkehr ab Breitenbachplatz vom 20. Februar an für eine Woche eingestellt werden.

Auf der Strecke, bei der die Gleise im Geländeeinschnitt im Freien liegen, müssen die Gleisanlagen erneuert werden. Die BVG tauscht die verrotteten Holzschwellen, die nach Angaben von U-Bahn-Bauchef Uwe Kutscher zum Teil noch aus den 30er Jahren stammen, gegen Betonschwellen aus, die dann wieder Jahrzehnte halten sollen. Ursprünglich wollte die BVG abschnittsweise sanieren und die Arbeiten auf mehrere Jahre verteilen. Im vergangenen Jahr entschloss sie sich aber, die Arbeiten jetzt mit einer Vollsperrung abzuschließen. Dafür werden die vorgesehenen Arbeiten an der Hochbahn in Kreuzberg verschoben.

„Nur“ drei Wochen ohne U-Bahn bleibt auf der U 6 der Abschnitt vom Kurt-Schumacher-Platz bis Alt-Tegel. Vom 18. April bis 8. Mai schließt die BVG dort die Signal- und Weichenanlagen an ein neues elektronisches Stellwerk an. Am maximal möglichen Zugabstand von derzeit 90 Sekunden ändert sich dadurch aber nichts.

Zweite Ausgänge werden in diesem Jahr auf den Bahnhöfen Deutsche Oper, Sophie-Charlotte-Platz und Theodor-Heuss-Platz sowie Uhlandstraße gebaut. Dazu hatte sich die BVG nach dem Brand im Bahnhof Deutsche Oper vom Sommer 2000 entschlossen. Mit diesen Stationen werden dann alle elf Bahnhöfe umgebaut sein, die nur einen Ausgang hatten. An der Uhlandstraße entsteht nur eine schmale Treppe. Dort hatte die BVG den zweiten Ausgang Ende der 50er Jahre geschlossen und an dieser Stelle später ein elektronisches Stellwerk eingebaut. 2005 will die BVG zudem Aufzüge in den Stationen Amrumer Straße und Kleistpark in Betrieb nehmen.

Schönheitskuren erhalten unter anderem die Bahnhöfe Osloer Straße, Bundesplatz, Wilmersdorfer Straße, Adenauerplatz, Rüdesheimer Platz, Jannowitzbrücke und Spittelmarkt. In diesem Bahnhof ist auch eine Bildergalerie auf alten Werbetafeln mit historischen Stadt- und Flussansichten geplant. Und am Fehrbelliner Platz reicht das Geld immerhin noch für einen neuen Anstrich der verschmutzten Decke auf dem Bahnsteig der U 3.

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