Berlin : Die US-Hymne ertönt in der Gehörlosen-Schule

Prominenter Besucher. Murphy besuchte gestern die Ernst-Adolf-Eschke-Schule, gelegen in Eichkamp. Foto: Davids
Prominenter Besucher. Murphy besuchte gestern die Ernst-Adolf-Eschke-Schule, gelegen in Eichkamp. Foto: DavidsFoto: DAVIDS

US-Botschafter Philip D. Murphy hebt die Arme nach oben und wackelt mit den Händen. Das signalisiert Applaus. Er gilt einer gehörlosen Schülerin, sie hat gerade John F. Kennedy auf einem Bild erkannt. Murphy besuchte am Mittwoch die Ernst-Adolf-Eschke-Schule in Westend, eine der vier Berliner Schulen für Gehörlose, mit Kindergarten, Grund-, Haupt- und Berufsschule. Anwesend war auch Reinhard Naumann, Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf. Auf Initiative des Deutschen Gehörlosenbunds hielt Murphy eine Rede über seine persönlichen Helden John F. Kennedy, Martin Luther King und Barack Obama, wie er sie bundesweit an Schulen hält. Sie soll den Schülern Mut geben, ihre Ziele zu verfolgen: „Wer sagt, dass unter uns nicht ein Bundeskanzler sitzt?“

In der dritten Klasse beginnt für die Schüler der Englischunterricht. Als Gehörloser lernt man die englische Schriftsprache ebenso wie die Gebärdensprache, wobei sich die amerikanische wiederum von der britischen Gebärdensprache unterscheidet. Zur Begrüßung haben die Schüler die US-Nationalhymne in amerikanischer Gebärdensprache einstudiert. Am Ende, zur Zeile „Heimat der Mutigen“, legen sie erst eine Hand an die Wange, dann recken sie die Arme wie Bodybuilder nach oben. Murphys Rede passe hier besonders gut, sagt Schulleiter Ulrich Möbius: „Handlungskompetenz ist unser oberstes Ziel.“ Auch Schülersprecherin Paulina, 16, hat die Rede gefallen. Möbius übersetzt: „Respekt ist uns sehr wichtig.“ ffe

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