Die Weine des Monats : Die Weine des Monats Dezember

von

MOSEL

Feinperliger Pinot-Sekt

Angesichts der nicht nachlassenden Vorliebe fürs Sprudelnde haben wir diesmal zum Jahresende gleich zwei Schaumweine ausgesucht. Einer kommt von der Mosel und ist aus Weißburgunder gemacht – eine gleich doppelte Rarität also. Verantwortlich ist der Spezialist Klaus Herres, der mit dem Thema schon seit 30 Jahren experimentiert, alle Details der Flaschengärung also perfekt beherrscht und sogar von der Bruderschaft der Champagner-Winzer aufgenommen wurde. Reife und Cremigkeit seiner Pinot-Sekte lassen in der Tat an Frankreich denken, das zeigt schon sein 2009 Pinot brut mit hochfeiner Perlage, markanten Zitrusaromen und der Cremigkeit am Gaumen, die für ein Spitzenprodukt typisch ist. Die Flasche kostet 19,95 Euro in der Weinhandlung Noer, Falckensteinstr. 10 in Kreuzberg.

CHAMPAGNE

Marken-Cuvée mit hohem Lob

Und wenn es doch Champagner sein soll? Dann haben wir hier etwas Überraschendes, die Basiscuvée eines Großherstellers. Doch der neue Piper-Heidsieck Brut hebt sich aus der Masse deutlich hinaus. Das liegt an Régis Camus, dem leitenden Weinmacher der Firma, der sich einen herausragenden Namen gemacht hat, weil er nicht nur einen superteuren Jahrgangschampagner (bemerkenswert der 2002 Rare für ca. 150 Euro) Erfolg hat, sondern gerade mit den Basisqualitäten brilliert- Der aktuelle Brut, eingeschlagen in eine flamboyante orangerote Isolierhülle, wurde vom „Wine Spectator“ gerade als einziger Non-Vintage in die Liste der 100 Top-Weine des Jahres aufgenommen und mit 93/100 Punkten auf dem Niveau einer Prestige-Cuvée bewertet. Zu Recht: Im Glas entfaltet sich ein unverkennbarer Champagner mit feinen Brioche- und Zitrustönen, rund und cremig mit schön ausgewogener Säure. Silvester kann kommen, zumal angesichts des vernünftigen Preises: Er ist in vielen guten Weinabteilungen beispielsweise bei Edeka und Karstadt sowie bei vielen Online-Versendern für maximal 30 Euro zu haben; Das KaDeWe bietet ihn derzeit sogar zum Sonderpreis von 24,99 Euro an.

PFALZ

Kosmopolitischer Roter

Viele Weinhändler würden den Lieblingswein für ihre Kunden am liebsten selbst machen – doch das scheitert meist an den Umständen. Oliver Zeter hatte es besser. Denn der einstige Hamburger Importeur ist gelernter Weinbautechniker, und er hatte die Möglichkeit, 2003 mit Vater und Bruder in die heimatliche Pfalz zurückzukehren. Mit dem Jahrgang 2007 ging er an den Markt und machte sich zügig einen Namen als Spezialist für Sauvignon blanc – die Weine mit dem zechenden Bären auf dem Etikett wurden zum Geheimtipp für modebewusste Restaurants. Seit 2009 aber ist mit Zeter auch beim Roten zu rechnen, denn aus diesem vorzüglichen Jahr stammt sein Rotwein Z, ein Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cabernet franc und Syrah, die die feinen Aromen von dunklen Waldfrüchten und Gewürzen wie Piment und Zimt überbordend herausstellt. Feine Tannine, wunderbar fruchtige Komponenten, trinkfertig, aber mit guter Zukunft. Die Flasche kostet 15,95 Euro in der Weinkiste Berlin, Gäblerstr. 2, Weißensee, und bei Les Caves, Hedwigstr. 16 in Friedenau.

TRENTINO

Opulenter Edelsüßer

Das Trentino, das sich gleich südlich an Südtirol anschließt, ist eines der ältesten Weinbaugebiete überhaupt. Auf den verschiedensten Höhenstufen gedeihen zahllose Rebsorten, und die feuchte Luft der Etsch unterstützt die Edelfäule, die für opulente Süßweine unerlässlich ist. Mario Pojer und Fiorentino Sandri können als profilierteste Weinmacher der Region damit perfekt umgehen. Ihr 2008 Essenzia bianco Vigneti delle Dolomiti stammt aus den typischen Weißweinreben der Region wie Chardonnay, Sauvignon blanc, Riesling renano, Gewürztraminer und Kerner. Die Trauben waren vor der Lese Anfang Dezember schon einmal angefroren, was die Konzentration der Extraktstoffe erhöht. Entsprechend handelt es sich um einen üppig ausladenden Nektar mit komplexem Duft nach vollreifen exotischen Früchten, dessen Süße durch korrespondierende Säure gut balanciert ist. Für 29,95 Euro (0,375l) im KaDeWe.

 

 

 

 

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