DIE WELT DER SPÜLSCHWÄMME : Absolut überbevölkert

Küchenschwämme sind prima Saubermacher – und nach einigem Gebrauch vor allem ein Heim für Keime. Sind dreckige Haushaltsschwämme eigentlich gesundheitsgefährdend?

Saskia Weneit
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Schwamm drüber. Tamara Krüger (links) und Janina Bach mit Versuchsobjekten.

 Die Frage haben sich Tamara Krüger (16) und Janina Bach (15), Schülerinnen der 10A des Arndt-Gymnasium Dahlem gestellt - und damit den ersten Platz, dotiert mit 250 Euro, in der Kategorie Arbeitswelt bekommen. „Wir hatten Pudding gekocht, aber später, beim Abwasch, wurde es uns beinahe schlecht. Wir haben uns gefragt, wie viele Bakterien wohl in dem schmutzigen Schwamm wohnen“, erzählt Janina.

Sie recherchierten im Internet: keine Angaben. Da war der Forschergeist der Mädchen geweckt. Unterstützung bekamen sie vom Institut für Mikrobiologie der Freien Universität Berlin, das für die Versuchsreihe 200 Nährböden mit 200 Euro sponserte. „Die Leute von der FU waren gleich Feuer und Flamme und haben uns mit Material und Informationen sehr geholfen“, sagt Janina. Über mehrere Monate haben die Mädchen Bakterien gezüchtet. Das Ergebnis ihrer Studie: Zwischen 20 Millionen und drei Milliarden Keime pro Milliliter hausen in Küchenschwämmen. Die bahnbrechende Erkenntnis aber lautet: Ein neuer Schwamm ist nach spätestens sechs Tagen vollständig verseucht. Mehr geht nicht, die maximale Keimzahl ist erreicht. Lebensmittel verderben schneller, wenn sie mit Flächen in Berührung kommen, die mit dem Schmutz-Schwamm gewischt sind. In Gefäßen, die damit gereinigt wurden, werden Speisen schneller schlecht. Wenig appetitlich. Trotzdem benutzen Tamara und Janina weiter Schwämme: „Ja klar, man muss sie ja nur desinfizieren. In der Mikrowelle oder in der Spülmaschine.“ Aber welche Hausfrau macht das schon regelmäßig? 

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