Berlin : Die Werbung hat ausgedient

Charlottenburger Tor: Sanierung bald beendet

Helmut Caspar

Die vor eineinhalb Jahren begonnenen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten am Charlottenburger Tor gehen langsam zu Ende. Der durch Witterungseinflüsse, Straßendreck und Moosbewuchs geschwärzte Tuffstein, aus dem der kaiserzeitliche Säulenbau besteht, ist gereinigt. Risse sind verfüllt und ausgebrochene Steine durch neues Material ergänzt. Zur Jahreswende sollen die Werbeplanen und Gerüste abgebaut werden, die noch die Sicht auf das Tor versperren.

Der 1905 zur Zweihundertjahrfeier von Charlottenburg erbaute Säulenbau an der Straße des 17. Juni wird nach der Reinigung mit einem überraschend hellen Farbton auf sich aufmerksam machen. Die aufwändige Sanierung hat zudem die Gefahr gebannt, dass lockere Steine auf Passanten herabfallen. Das war der Ausgangspunkt für die Sanierungsarbeiten. Die Denkmalstiftung war vom Land Berlin und vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf darum gebeten worden. Da die Stadtkasse leer ist, übernahm die Stiftung die Kosten, die etwa 1,8 Millionen Euro betragen und hauptsächlich durch Werbeeinnahmen finanziert werden.

Im Frühjahr 2007 schließt sich der Torsanierung die Neugestaltung des wenig ansehnlichen Umfelds an. Auch sie wird von der Denkmalstiftung finanziert. Ziel ist es, die Monumentalität des über 21 Meter hohen Tors durch gärtnerische Maßnahmen zu unterstreichen. Die jetzt noch mit Asphalt und Betonplatten belegten Wege erhalten eine kleinteilige Pflasterung, entlang beider Fahrbahnen wird ein neuer Radweg angelegt.

Im kommenden Jahr will der bei der Denkmalstiftung angesiedelte „Freundeskreis Charlottenburger Tor“ das Kellergewölbe unter dem nördlichen Torturm für eine Ausstellung über die Geschichte des Tors nutzen. Außerdem wollen die Mitglieder des Freundeskreises im kommenden Jahr Führungen veranstalten. Dabei besteht Gelegenheit, die hohlen Tortürme zu erklettern.

Der Freundeskreis sucht noch Interessenten, die bei den Führungen helfen. Infos unter Tel: 902 91 32 01.

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