DIE WERTHEIM-CHRONIK : Deutschlands schönstes Warenhaus

DAS KAUFHAUS

In den Jahren 1896/97 wurde das alte Wertheim-Kaufhaus nach einem Entwurf des Berliner Architekten Alfred Messel erbaut. Es galt als schönstes Kaufhaus Deutschlands und war in seiner Blütezeit mit rund 70 000 Quadratmetern Verkaufsfläche eines der größten Warenhäuser Europas. Zum Vergleich: Das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) hat etwa 60 000 Quadratmeter. Die über 300 Meter lange Schaufensterfläche von Wertheim war damals sensationell. 1943 wurde das Gebäude teils durch Bomben zerstört, 1956 erfolgte der Abriss der Ruine. Nach der Wende entdeckte die Technoszene die erhalten gebliebenen Tresorräume. Bis zum Jahr 2005 trafen sich dort die Fans im legendären Club Tresor. Seitdem wird die Brache allseitig durch 32 Meter hohe Werbetafeln verhüllt.

DER STREIT UMS ERBE

Dass auch 20 Jahre nach der Einheit an diesem prominenten Ort im einstigen Grenzgebiet zwischen Ost und West noch keine Häuser stehen, liegt an den lange Zeit umstrittenen Eigentumsverhältnissen. Sowohl die Erben der jüdischen Kaufhausfamilie Wertheim als auch der Nachfolgekonzern von Wertheim, Karstadt-Quelle, sahen sich als rechtmäßige Eigentümer. Der Konzern unterlag schließlich vor dem Bundesverwaltungsgericht. Die Erben teilen sich den Verkaufserlös mit der Jewish Claims Conference, die Opfer des Holocaust unterstützt.

DER LEIPZIGER PLATZ

Der Platz in Form eines Achtecks (Oktogon) wurde zusammen mit dem Pariser Platz und dem Mehringplatz von Philipp Gerlach 1732 bis 1738 angelegt. 1814 erhielt er zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig seinen Namen. Der Plan für die Neubebauung wurde 1991 beschlossen. Grundlage ist das preisgekrönte städtebauliche Konzept des Architekturbüros „Hilmer & Sattler.“ Danach muss die Form des Oktogons beibehalten werden. cs

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