Berlin : Die Zahl der Suizide sinkt

440 Berliner nahmen sich 2005 das Leben – hundert weniger als noch in den 90ern

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Die Zahl der Selbsttötungen in Berlin ist in den vergangenen 15 Jahren stark zurückgegangen. Im Jahr 2005 schieden rund 440 Menschen in der Stadt freiwillig aus dem Leben – Anfang der 90er Jahre waren es durchschnittlich noch rund 550, teilte die Senatsgesundheitsverwaltung mit. Damit sterben aber immer noch etwa genauso viele Menschen wie durch Verkehrsunfälle, illegale Drogen, Gewalttaten und Aids zusammen.

Mit dem Rückgang folgt Berlin dem Bundestrend. Deutschlandweit nehmen sich jährlich rund 10 700 Menschen das Leben, davon 2800 Frauen. Dazu komme aber eine hohe Dunkelziffer, so die Autoren des Berichts. So sei zu vermuten, dass unter den 2600 Berliner Patienten, die 2005 wegen einer Vergiftung stationär behandelt werden mussten, ein „Großteil suizidale Absichten“ gehabt habe. „Über zwei Drittel derjenigen, die einen Suizidversuch unternehmen, sind weiblichen Geschlechts.“ Entgegen dem Trend nehmen sich allerdings immer mehr Berliner nicht-deutscher Herkunft das Leben – rund 30 pro Jahr, etwa ein Drittel mehr als zu Beginn der 90er Jahre.

Bei der Wahl der Methoden, seinem Leben ein Ende zu setzten, greifen Männer nach Angaben der Gesundheitsverwaltung wesentlich öfter zu „endgültigen Mitteln“ als Frauen. So brachten sich 2005 174 Berliner durch einen Sturz aus großer Höhe und durch Erhängen um. Frauen wählen dagegen häufiger überdosierte Medikamente, Schlafmittel zum Beispiel. 52 Berlinerinnen setzten auf diese Weise ihrem Leben ein Ende.

Für Menschen in Krisen stehen der Berliner Krisendienst sieben Tage die Woche rund um die Uhr sowie die Sozialpsychiatrischen Dienste der bezirklichen Gesundheitsämter zu Informationen und konkreter Hilfe bereit. Informationen über Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten sowie Kriseninterventionsangebote sind dem Wegweiser zur Psychiatrie in Berlin zu entnehmen. I.B.

Informationen im Internet unter:

www.berliner-krisendienst.de www.berlin.de/lb/psychiatrie

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