Berlin : Die Zeit der Rekorde geht zu Ende

Liegenschaftsfonds trotzt der Finanzkrise auch durch den Markthallen-Verkauf

Matthias Oloew

Die Finanzmarktkrise wird zu einer Abkühlung auf dem „leicht überhitzten“ Berliner Immobilienmarkt führen. Das erwartet Holger Lippmann, Geschäftsführer des landeseigenen Liegenschaftsfonds. „Für einige Grundstücke und Gebäude haben wir absolut spektakuläre Preise erzielen können“, sagte er am Freitag, „das wird sich nicht mehr fortsetzen.“ Doch für das laufende Jahr steuert der Fonds noch einmal auf ein Rekordergebnis zu. Bisher habe man bereits 251 Millionen Euro an den Senat überweisen können, berichtete Lippmann. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 281 Millionen.

Im Angebot sind, wie berichtet, aktuell nicht nur die Grundstücke am nördlichen Rand des Humboldthafens in Mitte. Hier plant der Senat, die Flächen an einen Investor zu vergeben, der sich gleichzeitig verpflichtet, ein privates Museum für mindestens 20 Jahre zu betreiben und dem Land Berlin eine neue staatliche Kunsthalle zu bauen. Zu den Perlen im Angebot zählt Lippmann auch die Arminius-Markthalle in Moabit und die Eisenbahn-Markthalle in Kreuzberg, die der Fonds im Auftrag der Berliner Großmarkt-Gesellschaft verkauft. Eine deutsch- und türkischsprachige Investorenbroschüre macht deutlich, auf welche Klientel Lippmann zumindest in Kreuzberg schielt. Das Konzept eines „orientalischen Basars“ für die Halle hatte auch die landeseigene Großmarktgesellschaft verfolgt – letztlich ohne Erfolg.

Die Finanzkrise bedrohe das Geschäft mit landeseigenen Grundstücken nur wenig, glaubt Lippmann. Er beobachte zwei Tendenzen: Einerseits gebe es bei Investoren eine große Unsicherheit über die Finanzierung und einen möglichen Wertverlust bei Immobilien. Andererseits gelten just in diesen Zeiten Immobilien als halbwegs verlässliche Geldanlage.

Lippmann rechnet zwar damit, dass die Zahl der Investoren, die sich für Liegenschaften in Berlin interessieren werden, deutlich zurückgeht. Dennoch geht er davon aus, dass sich immer noch genug Investoren finden: „Das gilt vor allem für unsere Filetstücke wie am Humboldthafen.“ Matthias Oloew

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