Berlin : Die Zeit des Wartens hat ein Ende

Mit dem sanierten Nord-Südtunnel funktioniert eine Hauptverkehrsader wieder / Bahn sieht Komplettsperrung als Erfolg

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Am Sonntag ist für unzählige Fahrgäste die Zeit des Nerven aufreibenden Umsteigens, Umfahrens und Wartens auf Ersatzbusse vorbei. Mit der Wiedereröffnung des sanierten Nord-Südtunnels ist eine Hauptschlagader des Berliner S-Bahnverkehrs wieder intakt. Nach dem Ringbahn-Schluss ist das S-Bahnnetz nun so komplett wie seit dem Mauerbau 1961 nicht mehr.

Ab Sonntag 4 Uhr fahren die S-Bahnlinien S1, S2, S25 und S26 wieder von Nord nach Süd durch. Damit sind auch die seit 16. Juni abgenabelten Stationen Unter den Linden, Friedrichstraße und Oranienburger Straße wieder im Betrieb. Die provisorischen Endhaltestellen Nordbahnhof, Papestraße und Potsdamer Platz werden wieder durchfahren. Weil Verbindungen entflochten wurden, hat die Wiedereröffnung des Tunnels auch Auswirkungen auf den Ringverkehr. Unpünktlichkeiten sollen der Vergangenheit angehören. Die drei Linien S45, S46 und S47 verkehren im 20-Minuten-Takt, aber zeitlich so verschränkt, dass auf den Ring-Stationen mindestens alle sieben Minuten eine Bahn ankommt.

Die S-Bahn hatte den Nord-Süd-Tunnel bereits kurz nach der Wende instand gesetzt. Im südlichen Teil, zwischen Anhalter Bahnhof und dem Tunnelausgang der S1 Richtung Yorckstraße, waren jetzt noch einmal Arbeiten an der Gleis-, Elektro- und Signaltechnik notwendig. Die DB Projekt Verkehrsbau erneuerte auf einer Strecke von rund vier Kilometern die Gleise und stattete die Schienen unter dem Potsdamer Platz mit einem Erschütterungsschutz aus, so dass die Beschäftigten der darüberliegenden Bürobauten nichts vom Zugverkehr mitbekommen. Zudem sanierte sie einen weiteren Teil der Bahnsteige am Potsdamer Platz, sowie die Decken am Bahnhof Oranienburger Straße. Der Tunnel nördlich der Friedrichstraße wurde nur für die Bauarbeiten am Bahnhof gesperrt. Allein 4500 Tonnen Abbruchmaterial wurden über die Schienen ans Tageslicht befördert.

Der Projektleiter der DB Verkehrsbau, Werner Gehrke, bedankte sich gestern bei den Fahrgästen für ihre Geduld. Die Komplettsperrung habe sich als großer Vorteil erwiesen, sagte er. Bei laufendem Betrieb hätte sich die Sanierung über 45 Wochenenden hingezogen. „Ein Schrecken ohne Ende“, sagte Gehrke. tob

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