DIE ANDEREN BERLINER NEUZUGÄNGE : Der erste Vorteil: ein eingespieltes Büroteam

Zuhören, Einarbeiten, sich einen Namen machen: Wer neu in den Bundestag gewählt ist, verbringt in der Regel die ersten Monate mit der Eingewöhnung in den neuen Job, manchmal auch Jahre.

DIE JURISTIN

Der jüngste Bundestagszugang der Berliner SPD ist im Vergleich zu Steffel, Lindner & Co. allerdings schon eine Veteranin im Reichstag: Eva Högl, die im Wahlkreis Mitte direkt gewählt wurde, war bereits vergangenen Januar für den ausscheidenden Sozialdemokraten Ditmar Staffelt nachgerückt. Das verschaffte der einstigen Referatsleiterin im Bundesarbeitsministerium wertvollen Vorsprung: Sie übernahm ein eingearbeitetes Büroteam, die Grundregeln des Bundestagsgeschäfts kannte sie schon aus ihrer Zeit im Ministerium. Die 41-jährige Juristin ist Mitglied in den Ausschüssen für Recht und EU-Angelegenheiten sowie stellvertretende europapolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, außerdem sitzt sie im Parteivorstand.

DIE FINANZ-FACHFRAU

Lisa Paus, bis zum Herbst Mitglied des Abgeordnetenhauses und über die grüne Landesliste in den Bundestag gewählt, hat ihre ersten öffentlich sichtbaren politischen Spuren im neuen Job ihrem einjährigen Sohn zu verdanken: In den RTL-Nachrichten wurde sie jüngst interviewt, als es um die Vereinbarkeit von Kind und Parlament ging. „So wird man bekannter als über viele Anträge“, hat Paus gelernt. Für ihre Fraktion sitzt sie als Obfrau im Finanzausschuss des Bundestages und ist stellvertretende Koordinatorin des Grünen-Arbeitskreises Wirtschaft und Soziales ist. Die tägliche Arbeit unterscheide sich im Bundestag auf den ersten Blick nur wenig vom Abgeordnetenhaus, sagt die 41-jährige Volkswirtin. Auf den zweiten habe sie dann doch manch ein Ritual irritiert, etwa die peniblen Vorschriften, wer wann Rede- und Fragerecht hat. lvt

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