Berlin : Dieb muss sieben Jahre in Haft 24-Jähriger hatte Polizisten niedergetreten

Die massiven Tritte des überraschten Einbrechers ins Gesicht eines Polizisten waren aus Sicht des Landgerichts ein versuchter Totschlag. Gegen Mehmet D. wurden am Freitag siebeneinhalb Jahre Gefängnis verhängt. Zudem soll er 22 000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der 42-jährige Beamte habe reglos auf der Straße gelegen, als D. zwei Mal mit Wucht zutrat. „Die Tritte waren Ausdruck von Wut über einen, der ihn gestört hat“, hieß es. Der Polizist hatte bei der Tat am 8. Dezember Brüche im Gesicht erlitten. Er ist bis heute nicht dienstfähig. D. hatte sich auf Notwehr berufen.

Der 24-jährige Kreuzberger war mit zwei Freunden unterwegs. Sie hatten bereits früher gemeinsam Straftaten begangen. Diesmal war es ein Getränkemarkt in Neukölln, den sie plündern wollten. D. stand auf der Straße und sollte die Umgebung im Blick behalten. Er sah einen Mann mit einer Hundeleine, der sich nicht als Polizist zu erkennen gegeben habe. „Plötzlich warf er mich zu Boden, ich wehrte mich in Panik“, sagte der Angeklagte. Die Richter schlossen nicht aus, dass D. von einer „unmotivierten Attacke“ ausging. „Wer aber so gegen den Kopf eines Menschen tritt, der nimmt in Kauf, dass er sterben kann.“

Die Polizei war dem Einbrecher-Trio längst auf der Spur, als es den Markt an der Hasenheide ansteuerte. „Ich beobachtete den Schmieresteher“, sagte der 42-jährige Beamte. Er habe ihn „zügig festnehmen“ wollen und an der Jacke gepackt. An das weitere Geschehen konnte er sich jedoch nicht erinnern. Mit schweren Kopfverletzungen kam er in ein Krankenhaus. Die Anklägerin war von einem Mordversuch ausgegangen und hatte auf neun Jahre Gefängnis plädiert.K.G.

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