DIE BÄRENCHRONIK : Durch Knut stiegen die Besucherzahlen im Zoo sprunghaft

5. Dezember 2006:

Knut wird im Zoologischen Garten geboren – Berlins erstes Eisbärenbaby seit 33 Jahren. Da seine Mutter Tosca das nur 810 Gramm wiegende Junge verstößt, muss es die ersten 44 Tage im Brutkasten verbringen. Tierpfleger Thomas Dörflein kümmert sich rund um die Uhr um Knut.

19. März 2007: Ein Tierschützer aus Nürtingen fordert Knuts Tötung, weil Handaufzucht nicht artgerecht sei. Ihn erreichen Drohbriefe, der Zoo wird mit Sympathiebekundungen überhäuft.

23. März 2007: Knut wird der Öffentlichkeit vorgestellt. Rund 300 Journalisten und TV-Teams aus aller Welt sowie zahlreiche Knut-Fans beobachten das Ereignis. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) wird Knuts Pate. Ab dem 24. März zeigt die ARD fünf Wochen lang jeweils sonnabends eine Knut-Sendung.

25. März 2007: Der Zoo lässt sich den Namen Knut als Marke sichern. Zwei Tage später geht Knut geht beim Spielwarenhersteller Schildkröt-Puppen als Plüschtier in Serie. Wenig später kündigt auch Steiff eine Knut-Serie an.

30. März 2007: Das Lied „Knut, der kleine Eisbär“, gesungen von der neunjährigen Kitty aus Köpenick, kommt in den Handel.

10. Juni 2007: Der Zoo veröffentlicht Besucherzahlen: Bis Jahresende erwartet man 500 000 zusätzliche Gäste; der Umsatz von zuletzt 12,2 Millionen Euro würde sich allein damit um rund 2,5 Millionen Euro erhöhen.



8. Juli 2007:
Der Zoo beendet die „Knut-Show“. Künftig tritt der junge Eisbär nicht mehr zwei Mal täglich mit Ziehvater Dörflein vor den Besuchern auf.

22. September 2008: Knuts Tierpfleger Thomas Dörflein stirbt an Herzinfarkt.

10. April 2009: Eine 32-jährige Verwirrte springt in das Becken in Knuts Gehege. Einer der Eisbären verletzt sie durch Bisse an Armen, Beinen, Rücken und Hüfte schwer. Mit Stangen und Futter bringen ihn Pfleger dazu, vom Opfer abzulassen. Knut ist nicht beteiligt.

8. Juli 2009: Der Berliner Zoo einigt sich mit dem Tierpark Neumünster auf 430 000 Euro Ablösesumme für Knut. Neumünster hatte Besitzrechte, da Knut der erste überlebende Nachkomme des dortigen Bären Lars war.

8. September 2009: Wegen Sanierungsarbeiten im Münchner Zoo bekommt Knut Gesellschaft von der Eisbärdame Giovanna. Sie bleibt ein Jahr. Nachwuchs zeugen die beiden nicht, da Knut noch nicht geschlechtsreif ist.

17. Oktober 2010: Knut lebt seit Wochen mit den Bärinnen Nancy, Tosca und Katjuscha zusammen – ein mittlerweile problematisches Miteinander. Auf Youtube zeigt ein Video, wie Knut von Katjuscha in den Nacken gebissen wird und rückwärts ins Wasser stürzt. Danach hockt er allein auf einem Felsen.

19. März 2011: Knut stirbt im Alter von vier Jahren und gut drei Monaten in seinem Gehege in Berlin. Tsp, dapd

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben