Berlin : Diebische Frau setzte ihr Auto als Waffe ein

Die Frau wollte sich eigentlich nur ein Brötchen holen, floh dann aber mit einer fremden Brieftasche. „Die lag in dem Bistro auf dem Tresen“, gab die 36-Jährige am Dienstag vor dem Landgericht zu. „Ich war in finanzieller Not“, schluchzte die zweifache Mutter. Ihr Freund habe sie verlassen, Schulden von 20 000 Euro hätten sich angesammelt. Nun saß Katja D. als Verbrecherin auf der Anklagebank, denn ihre Beute von 100 Euro hatte sie hartnäckig auch mit ihrem Auto verteidigt.

Es war ein 22-jähriger Gebäudereiniger, der am 16. Juni 2011 in dem Moabiter Bistro eine Bockwurst bestellt und die Brieftasche gezückt hatte. „Für ein paar Sekunden hatte ich mich umgedreht“, schilderte er. „Plötzlich waren mein Geld und die Frau weg.“ Da sich zuvor nur zwei Gäste im Raum befunden hatten, fiel der Verdacht sofort auf die Frau. „Ich bin hinterher und fragte, ob sie vielleicht mein Portemonnaie eingesteckt hat“, schilderte der junge Mann.

Als Katja D. nicht weiter mit ihm reden wollte und in ihren Opel stieg, stellte sich G. vor die Motorhaube. „Sie gab Gas, ich sprang zur Seite“, sagte er. Allerdings sei es kein Vollgas gewesen. Er erlitt eine Schürfwunde am Bein. Die Frau wurde wegen räuberischen Diebstahls, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr sowie Unfallflucht zu 16 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem muss sie 250 Euro an das Opfer zahlen. K.G.

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