Berlin : Diebischer Don Juan

26-Jähriger stahl jungen Frauen erst das Herz, dann Wertsachen. Nun muss er ins Gefängnis

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Es schien alles zu stimmen: Ein Mann mit Herz und Verstand, breiten Schultern und so ehrlich wirkenden Augen. Ganz unaufdringlich näherte er sich, erzählte von seinem Studium, dem Volleyball-Training, seiner Kindheit. Ließ er seinen Charme richtig spielen, lag bald eine Schönheit in seinen Armen. Er blieb meist ein paar Tage und verschwand dann ganz still. Allerdings pflegte er sich vorher am Besitz der Frauen zu bedienen. Das brachte den 26-Jährigen nun zum zweiten Mal vor Gericht.

„Ich befinde mich in einem schwierigen Lebensabschnitt“, meinte der Schiffsbau-Student im Prozess. „Wenn mir die Person gefiel, kam es zu den Straftaten.“ Seine Mutter habe ihn rausgeworfen, seine Taschen seien leer gewesen. Dass er das Vertrauen der jungen Frauen ausgenutzt hat, sei ihm „selbstverständlich peinlich“. Auf die Frage, was er denn von einem Studentenjob halte, sprach er nur von einer „schwierigen Zeit“.

Seine Karriere als Betrüger begann im Frühjahr letzten Jahres. Da plünderte er das Konto einer Schulfreundin. Als die 4000 Euro nach zwei Monaten verbraucht waren, wickelte er die nächste junge Frau um den Finger und bediente sich an ihren Ersparnissen. Vor vier Monaten wurde er für diese Taten zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Nur neun Tage später aber schlich er sich in das Herz einer 25-Jährigen und ergaunerte 500 Euro. Fünf Tage danach ließ sich eine 24-jährige Studentin auf ihn ein und war am Ende Laptop und Handy los.

„Er weiß, welche Wirkung er auf Frauen hat“, sagte Susanne M., eines der Opfer. Ihr hatte er nach einem kleinen Flirt vorgegaukelt, dass seine WG-Mitbewohner Besuch hätten und er keine Bleibe habe. Nach ein paar Tagen nannte er sie seine „Nummer eins“. Dann verschwand er mit ihrem Computer, als sie in der Uni war. Seine Aktion sei einfach armselig gewesen, steht für die Betrogene fest. Die Richterin nannte seine Tour „schäbig“ und verhängte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und sieben Monaten. K. G.

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