DIE BLAMABLE BEWERBUNG 2000 : Damenbegleitung für Funktionäre

Und einer lächelte immer.
Und einer lächelte immer.

NUR NEUN SAGTEN JA

Berlins Bewerbung zur Austragung der Olympischen Spiele im Jahr 2000 fiel beim Internationalen Olympischen Komitee glatt durch: Mit neun von 89 Stimmen belegte die wiedervereinigte Stadt den vorletzten Platz unter den Bewerbern.

HEIMLICHE VORLIEBEN

Noch während des Rennens um Olympia hatte das ARD-Magazin „Monitor“ aufgedeckt, dass die Berliner Olympia GmbH Geheimdossiers mit Informationen über die Intimsphäre von IOC-Mitgliedern angelegt hatte. Wer deren Vorlieben kennt, so das Kalkül vermutlich, könnte sie mit Gefälligkeiten zu einem Votum zugunsten Berlins bewegen. Der Inhalt der Dossiers und wie viel die landeseigene Firma investierte, um IOC-Mitglieder gewogen zu stimmen, klärte nicht einmal der später eingesetzte Untersuchungsausschuss vollständig. Viele Akten verschwanden rechtzeitig im Reißwolf, bei der Auflösung der Olympia- GmbH – auf Geheiß dessen Chefs Axel Nawrocki. Dass die privat organisierte Firma für die IOC-Mitglieder großzügig Kosten für Reisen rund um den Globus bezahlte – für Dinners ohnehin und auch schon mal für Damenbegleitung sogar während Flughafen-Aufenthalten – machte trotzdem die Runde. Auch die Geschäfte eines anderen Olympia-Managers flogen auf: Er soll Werbeaufträge an eine Firma vergeben haben, an der er selbst beteiligt war.  Auf politischen Druck musste er gehen.

DIE GEGNER

Zu den unappetitlichen Affären der Olympia-GmbH kam ein klares Nein zu den Spielen aus der alternativen Szene, die aber weit ins politische Feld der Berliner Grünen reichte. Die „Nolympia“-Bewegung machte etwa durch Demonstrationen bei Besuchen von IOC-Gesandten von sich reden – und störte sogar die Übergabe der offiziellen Bewerbung Berlins beim IOC. ball

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