DIE GESCHICHTE DES DATENSCHUTZES : Den Anstoß gab die EDV

DIE ANFÄNGE



Berlin war das vierte Bundesland, das einen Datenschutzbeauftragten bekam. Das war 1979. Schon fast 100 Jahre früher, nämlich 1890, hatten die amerikanischen Juristen Samuel Warren und Louis Brandeis die Idee eines „Rechts auf Privatsphäre“ entwickelt. Dabei war das Datenangebot pro Bürger noch sehr überschaubar.


DAS GESETZ

Mit der elektronischen Datenverarbeitung entstand in den Sechzigern die Furcht, der Staat könne in Datenbanken zu viel Informationsmacht über seine Bürger anhäufen. Hessen schuf 1970 weltweit erstmals ein Datenschutzgesetz. Grundgedanke beim Datenschutz ist, dass der Bürger selbst die Kontrolle über seine Daten haben soll. Neben einem Auskunftsanspruch hat er ein Recht auf Berichtigung, Sperrung und Löschung seiner Daten.


STREITFALL VOLKSZÄHLUNG

Ein Höhepunkt in der Geschichte des Datenschutzes war das Volkszählungs-Urteil des Bundesverfassungsgerichts 1983. Gegen das Volkszählungsgesetz wurden Verfassungsbeschwerden erhoben – mit Erfolg. Das Bundesverfassungsgericht prägte den Begriff des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung. Das Gesetz wurde gekippt, eine Volkszählung fand 1987 in modifizierter Form statt; die Ergebnisse behielten aber dank der Wiedervereinigung nicht lange Gültigkeit. (fk)

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