Berlin : DIE KUNST

Morgen, Kinder.

Eine antike Skulptur im Archäologischen Museum von Istanbul inspirierte Hans Scheib

zu seiner 190 Zentimeter großen, hölzernen Figur. Sie stellt einen Epheben dar, einen jungen Mann, der auf dem Sprung in die Zukunft ist – als Gelehrter, Dichter oder Denker, meist jedoch als Militär. Dieser Ephebe von Istanbul rührte Scheib, denn er wird nicht älter und blickt seit über 2000 Jahren an der Schnittstelle zwischen

Europa und Asien „dem Kommen und Gehen der Völker, Kulturen und Reiche, dem Aufschwung und Verfall,

den Kriegen und glücklichen Jahren der Menschheit zu“, wie der Künstler sagt. Scheib transponiert die Antike

in die Gegenwart, macht Vergangenheit zur alltäglichen Erfahrung. Gerade darin besteht der Charme und

die Spannung seiner Figuren: Als Holzskulpturen entstammen sie einer alten Technik, die expressionistischen

Maler-Bildhauer standen Pate, doch durch Lebhaftigkeit und Schalk besitzen sie eine ungeheure Präsenz.

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