Berlin : Diepgen kandidiert für den Bundestag Die Neuköllner CDU will ihn nominieren

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Der ehemalige Regierende Bürgermeister und CDULandeschef Eberhard Diepgen will in den Bundestag. Der CDU-Kreisverband Neukölln wird ihn am 23. Juni als Direktkandidat nominieren. „Ich freue mich, dass sich dafür in den Ortsverbänden eine breite Mehrheit abzeichnet“, sagte die Neuköllner CDU-Kreisvorsitzende Stafanie Vogelsang dem Tagesspiegel. Gropiusstadt sei seit Jahrzehnten Diepgens politische Heimat. „Er ist einer von uns, steht für soziale Balance und nimmt die Ängste und Probleme der Bürger ernst.“

Die Kandidatur kam überraschend und nicht alle Parteifreunde sind begeistert, weil Diepgen die „alte CDU“ repräsentiere. Schon 2002, nach seinem Sturz als Regierungschef durch eine rot-rot-grüne Mehrheit, hatte Diepgen ein Bundestagsmandat angestrebt. Im CDU-Kreisverband Mitte war er bereits nominiert, aber ein Landesparteitag verweigerte ihm den Spitzenplatz auf der Berliner CDU-Landesliste. Diepgen verzichtete daraufhin auf eine Kandidatur und trat als Landesvorsitzender der Union zurück. Seitdem arbeitet er als Rechtsanwalt in einer Kanzlei am Kurfürstendamm und wurde inzwischen innerparteilich rehabilitiert. Der 63-jährige Diepgen ist Ehrenvorsitzender der Landes-CDU.

Das Nachsehen hat die CDU-Sozialpolitikerin Verena Butalikakis, die 2002 in Neukölln kandidierte, aber über den Listenplatz 2 in den Bundestag kam. Diepgen will gegen sie kandidieren, wenn Butalikakis nicht freiwillig in einen anderen Wahlkreis ausweicht. In Neukölln siegte vor drei Jahren der SPD-Politiker Ditmar Staffelt mit 5,3 Prozent Vorsprung. Bei der Wahl im September, da ist sich die Neuköllner Union sicher, werde Diepgen den Wahlkreis erobern. za

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