• Diepgen ohne Mundschutz Der Ex-Regierende gab „Zitty“ ein ziemlich offenes Interview

Berlin : Diepgen ohne Mundschutz Der Ex-Regierende gab „Zitty“ ein ziemlich offenes Interview

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Vielleicht war es die ungewohnte Konstellation. Jedenfalls hat Eberhard Diepgen im Gespräch mit dem aktuellen Stadtmagazin „Zitty“ mehr erzählt als in allen Interviews nach dem Sturz – und in vielen davor. Gewiss, die harsche Kritik am Senat wird ihm leicht gefallen sein: Der spare kaputt, was Diepgen erhalten wollte, den öffentlichen Dienst, die Universitäten, Kultureinrichtungen. Diepgens Angriff auf die Strategie des Senats vor dem Bundesverfassungsgericht: Es sei falsch, das Berliner Haushaltsdesaster als selbst gemacht darzustellen. Der Bund sei mit schuld, sagt Diepgen, der es besser als jeder andere wissen muss. Thilo Sarrazin werde das Gerichtsverfahren „vor die Wand“ fahren. Noch interessanter: Diepgen über die Zeit nach Diepgen. Frank Steffel sei „an sich selbst gescheitert“. In der CDU laufe eine Art „Kulturrevolution“ – so etwas dauere länger als zwei Jahre. Nicolas Zimmer und Joachim Zeller werden bekümmert nicken. Sich selbst schont er auch nicht. Er hätte 2001 gleich nach dem Bruch mit der SPD zurücktreten müssen. In der Bundespolitik würde er sich nicht wohl fühlen, meint er angesichts des Streits um die Sozialsysteme. Nach diesem Ausbruch von Erinnerungsfreude und Kommentierlust kann man auf Diepgens Memoiren gespannt sein. wvb.

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