Berlin : Diepgens Turnschuh gewinnt Preis (Glosse)

Ulrich Zawatka-Gerlach

Eberhard Diepgen ist Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes, und ihn schmückt das Silberne Ehrenschild des Reichsbundes der Kriegsopfer, Behinderten, Sozialrentner und Hinterbliebenen. Ob er auch schon mal im Lotto gewonnen hat, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass Diepgens Turnschuh einen Preis in einem bedeutenden Wettbewerb errungen hat. Der rot-weiße "ebi-runner", der im Wahlkampf-Sommer 1999 für 49,90 Euro angeboten wurde. Anzeigen wurden damals geschaltet, 40 000 Postkarten in Szenekneipen und Clubs ausgelegt, Diepgen wurde ins Internet gehievt und musste rennen, rennen, rennen.

Am 10. Oktober 1999 gewann er die Wahl, verjüngt und dynamisch, und nun hat Diepgens Laufschlappen den dritten Preis im Wettbewerb "Jahrbuch der Werbung" gewonnen. Den ersten Preis schnappte ihm die ARD-Fernsehlotterie vor der Nase weg. Zum ersten Mal sei ein Politiker mit einem Produkt beworben worden, was zu einer hohen Resonanz in den Medien geführt habe, teilt uns Axel W. mit. Der junge Mann ist hauptstädtisches Standbein des europaweit engagierten Werbeagenturen-Networks P. P. R., er hat den Berliner CDU-Wahlkampf zu einem Event gemacht. Echt hip.

Und Diepgen hat Chancen, seine Position weiter auszubauen, sei es mit einem zukunftsfähigen Aktenkoffer-Styling oder einer neu ondulierten Locke. Denn Axel W. hat kürzlich den Ex-Senator Peter R. für den Bereich Lobbying und Political Communications gewinnen können. Zwei Könner, ein unschlagbares Gespann - sie wollen den ersten Preis. Es staunt der Fachmann und der Laie wundert sich: Ist Politik Marketing? Oder ist Marketing Politik?

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