Berlin : Dieser Gestank kann nicht gesund sein!

Die Männer, die die Biotonne abholen, sehen gesund aus. Sie seien statistisch auch nicht öfter krank als andere Mitarbeiter der BSR, versichert Unternehmenssprecherin Sabine Thümler. Eine Lage Zeitungspapier eigne sich am besten, um Feuchtigkeit und Gerüche aus Küchenabfällen & Co. zu binden. Die verrotten auf den je nach Saison etwa sieben Kompostieranlagen im Berliner Umland, auf die die BSR die jährlich rund 60 000 Tonnen Biogut verteilt, die in den braunen Tonnen vor Berliner Häusern landen. Abgesehen von den oft mitversenkten Plastiktüten – die sich beim Umwenden der Berge heraussieben lassen –, sammeln die Berliner ihre Küchen- und Grünabfälle sauber genug, dass die Komposterde das Gütezeichen des einschlägigen Fachverbandes als Bodenverbesserer bekommt. Damit das so bleibt und die Biotonne nicht als Gratisalternative zur relativ teuren Restmülltonne missbraucht wird, kassiert die BSR auch für sie Gebühren. Außerdem verlangen laut Thümler auch die Kompostierer Geld für die Annahme.

Ende 2012 soll sich die Verwertung ändern – und die Energie aus dem Biogut nicht mehr als klimaschädliches Methan aus den Komposthaufen wabern, sondern in einer Vergärungsanlage in Spandau als Biogas gewonnen und ins Gasag-Netz eingespeist werden. Da die BSR aus demselben Netz mehr als 100 Müllwagen mit Erdgas betankt, fährt dieser Teil der Flotte dann praktisch klimaneutral. Die BSR rechnet mit 5000 Tonnen vermiedenem CO2 pro Jahr. Das entspricht der Menge, die knapp 1000 Durchschnittsberliner verursachen. Funktional ähnelt die Vergärungsanlage dem Verdauungstrakt einer Kuh – einschließlich dem, was hinten rauskommt. Der feste Rest wird wiederum kompostiert, der flüssige soll als Dünger taugen. In einem Jahr wird Bio also auch öko.

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