Berlin : Dieser Oktober war einfach Spitze

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Wie haben die Berliner im Sommer auf solche Sonnentage wie gestern gewartet. Und wurden doch immer wieder nass gemacht, in ihrer Hoffnung auf Schwimmbad oder Biergarten düpiert. Das Leben ist eben meistens ungerecht, auch meteorologisch. Da hatte der Oktober einiges gutzumachen, und er hat alle reichlich versöhnt. Selbst Meteorologen heften ihm das Prädikat „golden“ an. Im Durchschnitt 1,5 bis 3 Grad zu viel bescheinigen die Fachleute vom Wetterdienst Meteomedia dem zu Ende gehenden Monat, und der Deutsche Wetterdienst in Offenbach urteilt, vor allem die Temperaturen in der zweiten und der vierten Woche seien viel zu warm gewesen.

Vom wärmsten Oktobertag, am Donnerstag mit 24,9 Grad im rheinlandpfälzischen Brauneberg gemessen, war Berlin gestern dennoch weit entfernt. Zwar schien kräftig die Sonne, erreicht wurden aber laut dem Wetterdienst MeteoXpress nur 16 Grad, bei einem zeitweise schwachen Wind aus Südost. Am heutigen letzten Oktobertag soll es noch einmal ähnlich werden, erst morgen ziehen Regenwolken heran und die Temperaturen werden nur noch bei etwa 13 Grad liegen.

Zu verdanken hatte das Land die erfreuliche Wetterlage ausgerechnet „Wilma“, jenem Tropensturm, der in Mexiko verheerende Schäden angerichtet hatte. Deren letzte Ausläufer verwehen derzeit nordwestlich von Irland, während sich über dem Baltikum und Westrussland das Hoch „Traudl“ breit macht. Das Gewirbel und Gewehe zwischen „Wilma“ und „Traudl“ sog einen milden südlicher Luftstrom auch nach Berlin und bescherte uns die vielleicht letzten wirklich warmen Tage des Jahres.

Auch die Niederschlagsmengen der letzten Wochen waren ungewöhnlich niedrig. Das muss den Hobbygärtner aber nicht grämen. Im Herbst ist auch der Durst der Pflanzen deutlich reduziert, den Bäumen soll das warme Wetter sogar gut tun. ac

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