Berlin : Diesmal ist die Friedrichstraße mit einer Fotoausstellung samt Fest an der Reihe

Sigrid Kneist

Auch am kommenden Wochenende wird es wieder Sonderöffnungen von Geschäften geben: diesmal an der Friedrichstraße. Die AMJ-Holding des Quartiers 206 beteiligt sich mit einer Fotoausstellung "Berlin - New York" an der "langen Nacht der Museen" und nimmt dieses zum Anlass für ein Fest am Sonntag mit zusätzlichem Verkauf. Nicht nur die Geschäfte wie Donna Karan, Strenesse oder der Department Store im Quartier 206 werden dann am Sonntag von 12 bis 17 Uhr öffnen, auch die Kaufhäuser Galeries Lafayette, das angrenzende Karstadt-Sporthaus und das Kultur-Kaufhaus Dussmann werden sich beteiligen. Im Quartier 206 werden die Läden am Freitag und Sonnabend sogar bis 24 Uhr geöffnet haben.

Noch in der vergangenen Woche hatte der gemeinsame Betriebsrat für die beiden Berliner Karstadt-Sporthäuser die Sonntagsöffnung für das Sportkaufhaus am Zoo im Rahmen der Europa-Party abgelehnt. Jetzt stimmte das Gremium zu. Nach Angaben des Geschäftsführers Gregor Eßer ist dafür die unterschiedliche Situation der beiden Häuser ausschlaggebend. Am Standort Friedrichstraße habe man Auswirkungen der Sonntagsöffnungen von Kaufhof und in den Potsdamer Arkaden gespürt. Auch der Betriebsrat habe die Bedrängnis gespürt und wollte "keine Arbeitsplätze in Gefahr bringen". Bei "Galeries Lafayette" stieß Geschäftsführer Patrice Wagner ebenfalls auf die Zustimmung der Arbeitnehmervertreter.

Der Kaufhof am Alexanderplatz bleibt allerdings an diesem Sonntag wieder geschlossen. Geschäftsführer Günter Biere sagte, dass gemeinsam mit einer Agentur eine Veranstaltung vorbereitet werde, die - wenn möglich am übernächsten Sonntag stattfinden solle. "Das kann man nicht so einfach aus dem Hut ziehen wie ein Brunnenfest", sagte Biere. Am 15. August hatte der Kaufhof am Sonntag geöffnet, nachdem vorher ein "traditionelles Brunnenfest" angemeldet worden war.

Unterdessen führte die Vereinbarung, die der Kaufhof-Betriebsrat zur Sonntagsarbeit abgeschlossen hat, zu Kontroversen bei Teilen der Gewerkschaften DAG und HBV. Zwar war die Vereinbarung im Kaufhof erst durch eine sogenannte Einigungsstelle unter Vorsitz des Präsidenten des Brandenburger Landesarbeitsgerichts, Hans Eisemann, gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter zustandegekommen. Kritisiert wird jedoch vor allem, dass bereits vorher Einvernehmen bestand, das Ergebnis der Einigungsstelle auf jeden Fall zu akzeptieren.

Der Berliner HBV-Vorsitzende Manfred Birkhahn sagt, ihm als ehemaligem langjährigen Betriebsrat komme es so vor, als sei die Einigungsstelle lediglich als "Alibi" genutzt worden, "um das Gesicht zu wahren". Darüber hinaus sehe die Vereinbarung Sonntagsarbeit nur dann vor, wenn diese auf legalen Füßen steht. Aber bei der ersten Sonntagsöffnung am 1. August sei der Gesetzesbruch absehbar gewesen. Damit sei man nicht daran gebunden gewesen.

Der Kaufhof-Betriebsratsvorsitzende Klaus-Dieter Jahns, der auch in bundesweiten Gremien der DAG sitzt, musste sich vom Betriebsrat eines anderen Kaufhauses die Frage stellen lassen, ob er in seinen Positionen noch die Mitglieder der DAG vertritt oder "wäre es nicht besser, Du würdest aus diesem Interessenkonflikt Deine Lehre ziehen und Deine Mandate niederlegen?"

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