• Diplomaten für einen guten Zweck Am Wochenende treffen sich die Honorarkonsuln WeildasGeldknapp wird,nimmt ihre Bedeutung zu

Berlin : Diplomaten für einen guten Zweck Am Wochenende treffen sich die Honorarkonsuln WeildasGeldknapp wird,nimmt ihre Bedeutung zu

Elisabeth Binder

Mit einem Besuch des Bundeskanzleramts fing es gestern an. Auf die 90 Honorarkonsuln, die an diesem Wochenende in Berlin das zehnjährige Bestehen der Union der Honorarkonsuln in Deutschland feiern, warten aber noch weitere interessante Begegnungen. Der stellvertretende Protokollchef im Auswärtigen Amt, Wilfried Bolweski, informiert sie am Werderschen Markt über das Thema „Corporate Diplomacy“, der Unternehmer Hartwig Piepenbrock, seinerseits Honorargeneralkonsul der Bahamas, führt sie heute durch seine private Gemäldesammlung in der Villa Lemm, einst Sitz des britischen Stadtkommandanten.

Das Ehrenamt der Honorarkonsuln hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, weil immer mehr Staaten aufgrund der Sparzwänge Vertretungen schließen müssen und die Führung der Geschäfte den ehrenamtlich tätigen Honorarkonsuln übertragen. Dazu gehören die normalen konsularischen Aufgaben ebenso wie wirtschaftliche Beratung, kulturelle, soziale und entwicklungspolitische Aufgaben. Die Präsidentin der Union, Ann-Katrin Bauknecht aus Stuttgart, hat sich als Honorargeneralkonsulin von Nepal einen Namen für ihr unermüdliches soziales Engagement insbesondere für Frauen und Mädchen gemacht, für die sie in Nepal Schulen aufbaut und Ausbildungsplätze schafft. Aber auch ein Nepali, der auf einer Deutschlandreise seinen Pass verliert, ein Student mit Visum-Problem oder ein deutscher Unternehmer, der erste Wirtschaftskontakte in Nepal sucht, wären bei ihr an der richtigen Stelle. Erst kürzlich lancierte sie auf einer Teemesse in Hamburg einen ökologisch besonders wertvollen Tee, der in Nepal in 2500 Metern Höhe wächst.

Insgesamt gibt es 486 Honorarkonsuln in Deutschland, 250 von ihnen sind in der Union zusammengeschlossen. Zu den großen Vorzügen der Union gehöre „das stetige Bemühen um das äußere Erscheinungsbild des Amtes“, bescheinigt Wilfried Bolewski der Union zum zehnten Geburtstag. Schließlich gehe es darum, dass hochgeachtete Persönlichkeiten der Wirtschaft und Kultur ihreErfahrung in den Dienst des Staates stellen.

Das wird im Zuge der Globalisierung immer wichtiger. Deren Probeme können nicht mehr allein mit klassischer Diplomatie gelöst werden. Eine Wechselbeziehung zwischen Politik, Diplomatie, Wirtschaft und Gesellschaft gehört unbedingt dazu. „Natürlich gibt es immer noch ein paar schwarze Schafe, die diese Tätigkeit völlig falsch einschätzen“, sagt Gründungsmitglied Max Hunzinger, der selbst in Frankfurt ein Unternehmen für Incentive-Reisen hat und Honorarkonsul der Seychellen ist. Aber die Union arbeitet kräftig daran, dass das immer weniger werden. Es geht schließlich nicht um einen raschen Zugang zum Glamourleben, sondern um Arbeit und vielfältige Vernetzungen. Am Beispiel der Seychellen kann Hunzinger das besonders gut herunterdeklinieren. Die Frau des inzwischen verstorbenen Berufskonsuls für Deutschland auf den Seychellen, ist dort inzwischen ehrenamtlich für unser Land tätig. Hunzingers Ehefrau ist selber eine Seychelloise, die zwischen beiden Ländern pendelt und beim Networking hilft.

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