Berlin : Diplomatisch

Matthias Oloew

Berlin ist immer noch eine Service-Wüste. Das zeigt sich zum Beispiel am fehlenden Valet-Parking-Service: Eine Limousine fährt vor, ein livrierter Angestellter nimmt die Schlüssel und parkt den Wagen für die hohen Gäste. So etwas gibt es hier nur zu großen Galas oder am Schloss Bellevue.

Valet Parking gehört zu den vielen Annehmlichkeiten des Diplomatenlebens. Einerseits ist das eine wirklich nette Geste, aber andererseits hat das Folgen. Da den Angehörigen des Diplomatischen Dienstes die Parkplatzsuche ständig abgenommen wird, vermissen sie diesen Service, wenn sie mal nicht in offizieller Mission unterwegs sind – beim Einkaufen zum Beispiel. Oder beim Friseurbesuch. Aber sie wissen sich zu helfen. Sie lassen ihren Wagen einfach irgendwo stehen. Halteverbot? Was ist denn das?

Ganz besonders daran gewöhnt sind die Vertreter Saudi-Arabiens, Ägyptens, Griechenlands und des Irans. Um sie über den fehlenden Service hinwegzutrösten, gibt es für sie keine Strafzettel. Das ist fast so nett wie Valet Parking.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar