Disko in Berlin-Mitte : Bezirk macht Club N3 dicht

Der Betreiber hatte keine Gaststättenerlaubnis und ignorierte alle Ansagen des Ordnungsamts. Doch Mitte ist nicht mehr anarchisch - und schloss den Laden.

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Für private Partys konnte jeder das N3 mieten. Arm dran ist nun der Gastgeber, der vergangenen Samstag dort feiern wollte - seine Party fiel aus. Der Laden wurde dichtgemacht.
Für private Partys konnte jeder das N3 mieten. Arm dran ist nun der Gastgeber, der vergangenen Samstag dort feiern wollte - seine...Foto: IMAGO

Der Club N3 an der Oranienburger Straße ist in der Nacht zum Sonntag vom Ordnungsamt des Bezirks Mitte dichtgemacht worden. Der Club war laut Bezirk ohne die nötige Erlaubnis betrieben worden; der Bezirk hatte den Betreiber sodann aufgefordert, den Betrieb einzustellen, was dieser jedoch ignorierte. Jetzt setzte der Bezirk seine Schließungsverfügung durch.

"Das Gaststättenrecht ist ein sehr striktes Recht, das der Verwaltung nur einen sehr geringen Ermessensspielraum einräumt. Im konkreten Fall gab es gar keinen Ermessensspielraum", sagte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne). "Die Schließung ist das letzte Mittel, aber alle milderen Mittel, wie die Festsetzung eines Zwangsgeldes, verliefen erfolglos", so von Dassel.

Jetzt drohen Schadensersatzforderungen

Leidtragender der Schließung dürfte vor allem der Veranstalter einer Party sein, die am Sonnabend in dem Club hätte stattfinden sollen und die jetzt ausfiel. „Ich bedaure sehr, dass mit der Schließung der Räumlichkeiten eine für den 11. Februar 2017 geplante Party ausfallen musste. Die gewerberechtliche Schließung des Clubs richtet sich gegen den Club-Betreiber und nicht gegen den Party-Veranstalter", sagte von Dassel. Berlin sei für seine offene und bunte Party- und Clubszene weltbekannt. Er wünsche dem betroffenen Party-Veranstalter, dass er schnellstmöglich einen neuen Veranstaltungsort in Mitte finde, der eine Gaststättenerlaubnis besitzt.

Das N3 ist im Grunde ein "Miet-Club", das heißt jedermann kann die Räume für seine Feier buchen. Beziehungsweise konnte. Die Homepage des Clubs ist nicht mehr online, der Betreiber des Clubs war nicht erreichbar. Nur die Facebook-Seite existiert noch. Der Betreiber des N3 dürfte jetzt Schadensersatzansprüchen des gescheiterten Partyveranstalters ausgesetzt sein.

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